Die Reise führt in den sagenumwobenen Spessart. Die unterfränkische Mittelgebirgsregion entpuppt sich als Heimat von Räubern, Schneewittchen und eines mumifizierten Hais. Über die malerischen Städte Karlstadt und Lohr geht es am Untermain bis vor die Tore Hessens nach Aschaffenburg. Die Gerichte dieser Folge: Filet vom Maibock mit Serviettenknödel, Doradenfilet mit jungem Gemüse, Wildschweinkeule mit Rahmspargel, Rindsroulade mit grünen Bohnen Die Wälder des Spessarts zwischen Würzburg und Aschaffenburg wurden in den späten 1950er-Jahren auf einen Schlag berühmt - durch den Kinohit "Das Wirtshaus im Spessart" mit Lilo Pulver.
Wie in der Filmkomödie trieben einst tatsächlich Räuberbanden im frühen 19. Jahrhundert dort ihr Unwesen und überfielen Reisende. Heute sind inszenierte Überfälle ein Event für Urlauber, die das malerische Wasserschloss Mespelbrunn, das auch als Filmkulisse diente, besuchen. Am südwestlichen Zipfel des Spessarts liegt Aschaffenburg, das der bayerische König Ludwig I. gern besuchte. Am Mainufer ließ er den perfekten Nachbau einer römischen Villa errichten, das Pompejanum. Ein beliebtes Touristenziel ist auch die Johannisburg, der prunkvolle Zweitsitz des Mainzer Fürstbischofs. Sehenswert sind auch die beiden mittelalterlichen Städtchen Lohr und Karlstadt am Mainufer. Lohr lockt mit einem nostalgischen "Schulmuseum" und seit den 1990er-Jahren auch als Heimatstadt der Märchenfigur Schneewittchen.
Der Apotheker Karlheinz Bartels machte sich auf Spurensuche und entdeckte in den örtlichen Chroniken die Tochter eines Spiegelfabrikanten nebst einer herrschsüchtigen Stiefmutter. Bei Lohr gab es zudem einen Höhenweg, der über sieben Berge nach Biebergrund führte. Dort arbeiteten damals kleine Männer in Stollen, mit sackartiger Kleidung, wie Zwerge. Noch heute taugt das zur "Märchenstunde" im Schloss zu Lohr - ob die Gebrüder Grimm einst tatsächlich Inspiration in Unterfranken fanden, ist freilich nicht belegt. Eine märchenhafte Kuriosität findet sich auch im spätgotischen Rathaus des benachbarten Karlstadt. Dort lagert ein verschrumpelter Haifisch im kleinen Sitzungssaal.
Der Hai ist eindeutig identifiziert und nicht wie früher angenommen ein Stör. Niemand weiß allerdings, wie diese "Fisch-Mumie" an den Main gekommen ist. Die Gerichte und Gasthäuser dieser Folge: Filet vom Maibock mit Rahmkohlrabi und Serviettenknödel im Schlosshotel Mespelbrunn; Doradenfilet mit Ziegenkäse-Dressing und jungem Gemüse im Restaurant Pier 18 in Aschaffenburg; Wildschweinkeule mit Kartoffeltalern und Rahmspargel im Gasthaus am Dorfbrunnen in Lohr-Halsbach; Fränkisches Schäufele aus dem Ofen im Hotelgasthof Buchenmühle in Lohr-Steinbach; Rindsroulade mit grünen Bohnen im Restaurant Mainpromenade in Karlstadt
Wie feiern wir heute Feste? Wie gestalten wir Festtage und Bräuche? Welche typischen Speisen kommen auf den Tisch? Mit der Sendereihe Landgasthäuser erleben Zuschauer Gastlichkeit, Gaumenfreuden und Feiertage neu. Seine Reiseroute führt Filmemacher Werner Teufl zu Landgasthäusern mit deftiger Hausmannskost und Gourmetküche.
Kontakt: Ingmar Grundmann\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 22.04.2016 um 19:30 Uhr auf BR.