Das Vermächtnis der Zisterzienser

Italien

Quelle: Pressebild

Nach der Gründung des Ordens in Frankreich 1098 zogen schon bald die ersten Mönche nach in Italien. Die Regeln des Bernhard von Clairvaux nahmen sie mit, das Credo von "ora et labora" lebten sie auch im Süden im strengen Rhythmus von Arbeit und Gebet. Anhand von fünf ausgewählten Klöstern erzählt die Dokumentation die Weiterentwicklung des zisterziensischen Erbes im "Belpaese".
Die Abtei Chiaravalle Milanese im Süden von Mailand beeindruckt nicht nur durch ihren weithin sichtbaren Turm, der wie ein Zeigefinger aus der Flussebene ragt, sondern auch durch ihre großartige Ausmalung. Es war der Einfluss Giottos, der die zisterziensische Nüchternheit und Strenge ignorierte und die Ausmalung der Kirche mit Fresken zur Marienlegende zuließ. Auch in den großen Klöstern des Latium lässt sich die Weiterentwicklung zisterziensischer Kunst und Kultur ausmachen. Lokale Handwerker und Baustoffe trugen dazu bei, aber auch die Nähe zum Papsttum und zu großen Städten. Viele Mönche kamen - und kommen - aus einem großbürgerlichen Umfeld, waren studierte Leute. So fand man in der Abtei Fossanova Keramikscherben, die von einem Essgeschirr herrühren, wie man es eher Adelshäusern als asketischen Mönchen zuschreiben würde.
Die filmische Reise widmet sich nicht nur der Kunst- und Kulturgeschichte. Das Kamerateam begegnet auch Klosterbrüdern - und ihren Gästen - die von ihrem Weg zum Glauben erzählen und den Geist dieser Orte spüren lassen. Wie oft waren diese von Naturgewalten, politische Wirren, menschlichem Versagen bedroht. Aber immer gab es Neuanfänge. Schwestern und Brüder, denen es zu verdanken ist, dass die Klöster nicht als Museen erstarren, sondern spirituelle Orte bleiben.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 21.04.2019 um 14:50 Uhr auf arte.