Where to Invade Next

2015

Where to Invade Next (englisch für „Wo man als nächstes einfallen sollte“) ist ein Dokumentarfilm des US-amerikanischen Regisseurs und politischen Aktivisten Michael Moore aus dem Jahr 2015.[1][2] Der Film ist im Stile eines Reisetagebuchs erzählt. Moore besucht andere Länder wie etwa Finnland, Italien, Frankreich, Deutschland und Portugal, wo er der Frage nachgeht, wie soziale Probleme und Fragen anders als in den USA gelöst werden können.[3]

Quelle: Wikipedia(deutsch)
Rezension zu Where to Invade Next
Thomas Schneider
Dr. Kay Hoffmann
Filmpublizist und wissenschaftlicher Leiter im Haus des Dokumentarfilms

Er polarisiert wie immer, spitzt zu und wählt eher ein klares Schwarz-Weiß-Denken als ein abwägendes Für und Wider mit Grautönen. Schon der Titel klingt militärisch und so beginnt auch der Film. Nachdem Amerika keinen Krieg und keine militärische Intervention nach 1945 gewonnen hat, tut Michael Moore so, als ob er nun Berater des Pentagon ist und vorschlägt, dass er allein als Einzelkämpfer den nächsten »Feldzug« führt.

Michale Moore geht ihm nicht um den Kampf gegen das Böse, sondern die Suche nach dem Guten. Dabei folgt er drei Regeln: Niemanden erschießen, kein Öl erbeuten und etwas nach Hause bringen, was den Amerikanern nutzt.

Moore wird in Europa und Tunesien fündig und ist fassungslos über die sozialen Errungenschaften auf dem alten Kontinent – seien es bezahlter Urlaub, ausgiebige Mittagspausen, Mutterschutz, gute Bildung, gutes Schulessen, der vorbildliche Umgang mit der Vergangenheit, das kostenlose Studium, Gleichberechtigung der Frauen, offener Strafvollzug oder die Legalisierung von Drogenkonsum. Dies alles sind für ihn paradiesische Zustände, über die er immer wieder ungläubig den Kopf schütteln muss.

Sein erklärtes Ziel ist das Sammeln von Blumen und nicht des Unkrauts, wie er selbst im Film sagt. Patriotisch verteilt er die amerikanische Flagge an seine Gesprächspartner und wird immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Ideen eigentlich oft aus Amerika übernommen wurden. Aber dort sind sie verloren gegangen und die soziale Absicherung und der Wohlfahrtsstaat werden als kommunistisch diffamiert. Die Zeit scheint reif für einen politischen Wandel und die Rückbesinnung auf soziale Werte, wie auch der momentane Erfolg von Bernie Sanders als demokratischer Präsidentschaftskandidat zeigt.

Von daher ist es ein bewusst subjektiver Film in erster Linie für ein amerikanisches Publikum; doch wir können uns köstlich darüber amüsieren. Dabei ist er sehr politisch, denn er zeigt, dass Jeder etwas machen und eine Gesellschaft positiv gestalten kann. In Deutschland lobt er unter anderem die offensive Beschäftigung mit der schrecklichen NS-Vergangenheit. In den USA wäre sowohl die Vernichtung der indianischen Urbevölkerung, die Sklaverei und Unterdrückung der Schwarzen kein großes Thema. Der Film startet Ende des Monats im deutschen Kino und wird sicher sehr erfolgreich werden, denn er ist Unterhaltung pur.

Aus gesundheitlichen Gründen konnte Michael Moore leider nicht persönlich nach Berlin kommen, sondern schickte eine Videobotschaft im Bademantel aus seiner Wohnung in New York. Darin bezeichnete er die Dreharbeiten für den Film in Deutschland und speziell in Berlin als wichtigen Moment des Projektes. Im Film schlendert er mit seinem Produzenten entlang den Resten der Berliner Mauer und erinnert sich 1989 selbst ein Mauerspecht gewesen zu sein, da er zufällig in Berlin war. Er hätte nie zu hoffen gewagt, dass dieses Symbol des Kalten Krieges – gebaut für die Ewigkeit – so schnell niedergerissen werden konnte. Dies ermutigt seinen Optimismus, dass eigentlich alles möglich ist.

In seiner Grußbotschaft lobte Moore die Großzügigkeit und Gastfreundschaft der Deutschen gegenüber den Kriegs-Flüchtlingen, die weltweit ein Vorbild seien. Es seien Probleme, die die Amerikaner mit ihrer verfehlten Politik der Einmischung geschaffen hätten und deren Konsequenzen die Deutschen nun ausbaden müssten. Dabei sei es eigentlich gar nicht ihr Problem. Auch in dem Punkt könnten die Amerikaner viel von den Deutschen lernen.

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Kinostart:2014
25.02.2016 in Deutschland
weitere Titel:
Куда бы ещё вторгнуться
Where to Invade Next hr nb fi id
جای حمله بعدی کجاستfa
Куди вторгнутися далі
¿Qué invadimos ahora?
下一步占領哪zh
다음 침공은 어디?ko
マイケル・ムーアの世界侵略のススメ
לאן נפלוש עכשיו?he
O Invasor Americano
Genre:Dokumentarfilm
Herstellungsland:Vereinigte Staaten, Deutschland
Originalsprache:Englisch, Französisch
Farbe:Farbe
Verleih:Nexo Digital
Offizielle Webseite:wheretoinvadenext.com
Regie:Michael Moore
Drehbuch:Michael Moore
Kamera:Richard Rowley
Jayme Roy
Produzent:Carl Deal
Tia Lessin
Michael Moore
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Rezensionen:

Datenstand: 20.02.2019 18:21:09Uhr