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Akte D (2/3)

Das Kriegserbe der Bahn
Mittwoch, 16.11.2016 21:00 Uhr
Phoenix
Mittwoch
16.11.2016
21:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Vor einiger Zeit wurde in den USA eine Gesetzesvorlage diskutiert, die die Deutsche Bahn schlagartig mit ihrer Rolle in der NS-Zeit konfrontiert hat. Der "Holocaust Rail Justice Act" sollte Entschädigungsansprüche von Überlebenden des Holocausts sichern, die mit der Eisenbahn deportiert wurden. Die Gesetzesvorlage richtete sich im konkreten Fall gegen die französische Staatsbahn SNCF. Doch auch bei der Deutschen Bahn war man alarmiert, mit guten Gründen.
Historiker sind sich einig: Ohne die Reichsbahn wäre der Holocaust niemals möglich gewesen. Über 3.000.000 Opfer wurden mit Zügen in den Tod gefahren. Gegen Bezahlung. Die Reichsbahn rechnete jeden Transport genau ab – pro Kopf und Kilometer. Dass die Deportierten eine Reise in den Tod antraten, war kein Geheimnis; dass sie diese Reise auch noch selbst bezahlen mussten, bereitete den Bahn-Verantwortlichen keine Kopfschmerzen.
Auch beim Thema Zwangsarbeit spielte die Reichsbahn eine erhebliche Rolle: Mit fast 500.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern war sie der mit Abstand größte "Zwangsarbeitgeber" im NS-Staat. Laut einer Studie summieren sich die Löhne, die allein die Reichsbahn ihren Zwangsarbeitern vorenthalten hat, auf über 700 Millionen Reichsmark.
Die heutige Deutsche Bahn AG steht zu ihrer historischen Verantwortung. Sagt sie. Doch fragt man nach konkreten juristischen und vor allem materiellen Konsequenzen dieser Verantwortung, blockt sie ab.
Film von Winfried Oelsner

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 16.11.2016 um 21:00 Uhr auf Phoenix.