Von Echsen über Pazifik-Feldgrillen bis hin zu Roten Stummelaffen: Die Inseln unserer Erde sind extrem vielfältige eigene Mikrokosmosse, die einen Lebensraum für einzigartige Tierarten bieten. Hier lassen sich die erstaunlichen Wege der Evolution von Flora und Fauna besonders gut beobachten. Wer die Anpassungsfähigkeit dieser Inseln versteht, kann leichter aktuelle Umweltveränderungen erkennen und auf sie reagieren. Der Evolutionsbiologe Shane Campbell-Staton beobachtet mit Forschenden auf der ganzen Welt unterschiedliche Tiere auf entlegenen Inseln. Diese Arten haben sich mit erstaunlichen Mitteln an neue Gegebenheiten angepasst.
Die Welt verändert sich mit atemberaubender Geschwindigkeit - und auf den Inseln unserer Erde lässt sich besonders gut beobachten, wie die Tierwelt auf diese Änderungen reagiert.
Der Evolutionsbiologe Shane Campbell-Staton reist zu den Galapagos-Inseln, wo Charles Darwin einst die Grundlagen für seine revolutionäre Evolutionstheorie setzte. Heute beobachten Forschende neue evolutionäre Anpassungsformen: Seelöwen ernähren sich mittlerweile nicht nur von Sardinen, sondern auch von Thunfisch - und um diesen zu jagen, haben sie eine völlig neuartige, auf Kooperation basierende Jagdmethode entwickelt.
In der Karibik haben Forschende entdeckt, dass sich eine Echsenart evolutiv an Hurrikane angepasst hat. Auf den Turks- und Caicosinseln hat Anolis scriptus größere und besser haftende Zehen sowie längere Vorderbeine entwickelt, um sich bei starkem Wind wirksamer festhalten zu können.
Auf Hawaii findet ein evolutionäres Wettrennen zwischen Pazifik-Feldgrillen und einer invasiven parasitischen Fliegenart statt. Um nicht von den Fliegenlarven aufgefressen zu werden, hat die Grille ihre Flügel verändert - und ihr Zirpen.
Auf einer Insel in der Antarktis war der Riesenpiper durch die Einschleppung von Ratten stark gefährdet. Dank eines umfassenden Schutzprogramms ist sein Gesang nun wieder zu hören. Auf dem Sansibar-Archipel leiden die Roten Stummelaffen unter Abholzung und der Ankunft neuer landwirtschaftlicher Nutzpflanzen, durch deren Verzehr sie krank werden. Doch sie haben ein Gegenmittel gefunden: Sie essen Kohle, um die Giftstoffe zu neutralisieren.
Und auch die dort lebenden Menschen bleiben nicht untätig: Um das Meer zurückzuhalten und die Dörfer zu schützen, wurden dank lokaler Initiativen auf der ganzen Insel Mangrovenbäume gepflanzt - im Rahmen eines Projekts, das sich mittlerweile bis auf den afrikanischen Kontinent erstreckt.
Schwerpunkt: Tag der Wissenschaft
Höhlenmalereien auf Sulawesi werfen neues Licht auf den Ursprung der Kunst. Zum "Fest der Wissenschaft" führt ARTE außerdem in die Chauvet-Höhle und in die Grotte Mandrin, wo Funde auf ein Zusammentreffen des Homo Sapiens mit dem Neandertaler hinweisen. "Tierische (R)Evolution" lenkt den Blick in die Zukunft und zeigt, wie erfindungsreich sich Tiere an den Klimawandel anpassen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 10.10.2026 um 09:45 Uhr auf arte.