Was bin ich wert?

2014

Was bin ich wert? ist ein deutscher Dokumentarfilm von Peter Scharf aus dem Jahr 2014.

Filmemacher Peter Scharf geht der Frage nach, ob sich der Wert menschlichen Lebens berechnen und in Geld aufwiegen lässt. Im Film versucht er sein Blut, seinen Samen und seine Haare zu verkaufen, spricht mit Tim Steiner, der seine Rückenhaut für 150.000 Euro an einen deutschen Kunstsammler verkauft hat und interviewt Moldawier, die als Gastarbeiter in die Türkei gelockt und dort um eine ihrer Nieren erpresst wurden. Scharf diskutiert mit Dr. Kalipso Chalkidou vom National Institute for Health and Care Excellence über das sogenannte qualitätskorrigierte Lebensjahr und mit einem Anwalt am Oberlandesgericht in Köln über die Kriterien zur Festlegung der Höhe von Schmerzensgeldern. Weiterhin unterhält sich Peter Scharf mit einem amerikanischen Anwalt, der die Opfer und Hinterbliebenen der Costa Concordia Katastrophe vertritt und mit Kenneth Feinberg, der allein für die Verteilung der Entschädigungsummen für die Hinterbliebenen der Terroranschläge vom 11. September verantwortlich war. Das Konzept des value of statistical life erörtert er mit dessen Co-Entwickler Kip Viscusi. Während der Dreharbeiten erlebt Peter Scharf den Hurrikan Sandy in New York.

Quelle: Wikipedia(deutsch)
Rezension zu Was bin ich wert?
Thomas Schneider
Thomas Schneider
Online-Redakteur im Haus des Dokumentarfilms

Der beim DOK.fest München erstmals gezeigte Dokumentarfilm von Peter Scharf geht wortwörtlich der Frage nach, was sie denn wert ist, die Haut, wenn wir sie zu Markte tragen. Aber es ist nicht nur die Haut, sondern auch das Blut, das Sperma und natürlich in manchen Regionen der Welt auch unser Innerstes, was wir verkaufen können und was unseren Wert bestimmt. Und wie bewertet man den Tod im World Trade Center am 11. September 2001?

 

»Das bist du mir wert« sagen sich Liebende, wenn sie sich gegenseitig beschenken. Der Wert des Ehemanns, der Ehefrau, des Liebhabers, des Vaters, des Nächsten: der ist unbezahlbar. Was aber, wenn man ihn dennoch in Euro und Cent ausrechnen will? Der Filmemacher Peter Scharf, der bisher vornehmlich TV-Dokumentationen gedreht hat (zum Beispiel »Schockbilder – Der Mann der mit Werbung Politik macht« über den Werbefotografen Oliviero Toscani und dessen Skandal-Kampagnen), nahm den Wert eines Menschen wortwörtlich. Er versuchte, seinen eigenen Wert zu bestimmen.

Dabei fängt er mit dem Naheliegendsten an: erst das Butspenden, dann vielleicht eine Samenspende. Und wie sieht es mit den Haaren aus?

Die Reise in die Ökonomie der Körperzellen endet nicht vor Ort. Scharf reist auch dort hin, wo man zum Beispiel für Nieren und Leber viele Tausend Euro bezahlt - vorausgesetzt, sie ist frisch, weil sie gerade einem Spender nebenan entnommen wurde. Der hat dann ein Organ weniger, aber ein paar Tausend Euro mehr.

Die Autoren des Films - neben Peter Scharf Co-Autor Jörn Klare - erzählen ihre Preis-Story locker und mit der richtigen Mischung Humor. Doch spätestens dann, wenn es darum geht, von Versicherungen zu erfahen, wie viel denn der Tod auf der Costa Concordia »gebracht hat«, oder der Sprung aus dem Fenster des brennenden World Trade Centers, wird deutlich, dass der Wert des Menschen am Ende doch keine Frage des Geldes ist

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Kinostart:09.10.2014
09.10.2014 in Deutschland
weitere Titel:
Was bin ich wert?
Genre:Dokumentarfilm
Herstellungsland:Deutschland
Originalsprache:Deutsch, Ukrainisch, Englisch
IMDB: 18
Offizielle Webseite:www.wasbinichwert.wfilm.de
Regie:Peter Scharf
Kamera:Oliver Schwabe
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Rezensionen:

Datenstand: 21.04.2019 12:30:15Uhr