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Rezension zu 14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs
Das Doku-Drama »14-Tagebücher des Ersten Weltkriegs« wurde produziert in einer gemeinsame Anstrengung von Arte, NDR, SWR, WDR, ORF und vielen internationalen Partnern. Die Filme erzählen die Geschichte von 14 ausgesuchten Menschen, die den Krieg am eigenen Leib erfahren haben. Grundlage sind ihre Tagebücher, in denen sie ihre Erlebnisse und Gedanken festgehalten haben. Gunnar Dedio von Looks Film berichtete bei der Preview in Stuttgart, welche Anstrengungen unternommen worden waren, um »Dem großen Krieg«, der schon zigfach filmisch nacherzählt worden sei, neue Aspekte abzugewinnen.
Im Mittelpunkt der acht Folgen stehen die Kriegstagebücher und -erinnerungen von insgesamt 14 Menschen, die auf allen Seiten am Krieg mitwirkten oder von ihn als Zivilist erlebten. Diese Dokumentaristen des Zeitgeschehens werden in Spielszenen dargestellt. Oft nahtlos, stets fließend wechseln die Reenactments mit originalen Filmaufnahmen. Doch Jan Peter und Yury Winterberg, die beiden Autoren und Regisseure dieser Serie, mischen weitere Elemente des dokumentarischen Erzählens so geschickt, dass ein filmisches Gesamtkunstwerk entsteht. Sogar der direkte Blick in die Kamera und die Ansprache des Zuschauers - sonst ein Kick aus jeder Erzählung und damit meist ein fataler Fehler - funktioniert hier.
Der Aufwand war immens - und das sieht man dem Ergebnis an. Produzent Dedio bot gemeinsam mit SWR-Redakteur Gerolf Karwath Einblicke in die Probleme des Projektes. Er berichtete unter anderem von der jahrelangen Vorplanungen. Um ein junges Publikum zu interessieren, bedürfe es der Dramatisierung. Doch wie erzählt man eine Serie, wenn die vielen einzelnen Geschichte sich nie begegnen, sich nicht gegenseitig befeuern können? Das vebindende Element ist das Elende des Krieges, der hier ganz ohne Nachkolorierung, ganz ohne belehrende Dialoge in seiner ganzen Abscheulichkeit da steht, aber auch in seiner furchtbaren Alltäglichkeit.
»Es war eine Zeit, in der so viel geschrieben wurde, wie nie. Das war unser große Glück«, berichtet Dedio. Wenigstens ein Gutes in all dem Chaos.