Dürrenmatt – Eine Liebesgeschichte

2015
Rezension zu Dürrenmatt – Eine Liebesgeschichte
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Er ist einer der bis heute meistgespielten deutschsprachigen Dramatiker. Seine Werke werden in jedem Gymnasium gelesen, seine Themen, die er in »Der Richter und der Henker« oder »Der Besuch der alten Dame« oder in »Die Physiker« bearbeitete, sind auch heute noch, mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrem Entstehen, zeitgemäß. Schuld und Verantwortung, der Mut zur Zivilcourage, die Komik in der Tragödie. Kann man diesem hinlänglich bekannten und erforschten Dürrenmatt neue Seiten abgewinnen? Sabine Gisiger ist es gelungen - bereits zum zweiten Mal. Ihre neue Dürrenmatt-Doku, nun als »grand format« fürs Kino produziert, zeigt vor allem private Seiten des Schriftstellers. Eine Sicht auf Dürrenmatt, die der selbst nie zugelassen hatte, die aber von seinen drei Kindern mitgetragen wird, die der Regisseurin familiäre Details anvertrauten.

Der Schweizer Dramatiker war nicht nur ein Meister der Worte und Pointen, des richtigen Timings beim Schreiben und der präzisen Auftritte seiner Figuren. Dürrenmatt inszenierte auch - nämlich Dürrenmatt selbst. Auf vielen Fotos - von denen »Dürrenmatt - Eine Liebesgeschichte« etliche zeigt - ist er gekonnt (von sich selbst) in Szene gesetzt.  Mal posiert er mit Kakadu, mal selbst auf der Terrasse in Dirigentenhaltung, ein anderes Mal - eine ikonische Dürrenmatt-Fotografie - balanciert er ein Weinglas auf dem Schädel, während er gerade an einem zweiten nippt.

Sabine Gisiger hatte schon für ihre TV-Doku »Dürrenmatt im Labyrinth« (2014, 52 Minuten, Erstausstrahlung bei Arte am 25. Februar 2015) viele biografische Schätze aus den Archiven gezogen. Das Thema allerdings war zu groß, um es in einem Film alleine unterzubringen. Zum 25. Todestags hat sie nun »Die Liebesgeschichte« zuammengestellt, wobei sie sich in beiden Filmen teilweise auf das gleiche Material stützt. Allerdings steht im Zentrum des »großen« Films - der Titel lässt es ahnen - die bisher eher unbekannte Liebesgeschichte von Friedrich Dürrenmatt und seiner Frau Lotti. 40 Jahre lebten die beiden in einer engen Beziehung: Kein Werk, das er nicht mit ihr diskutierte, keine Probe, auf die sie ihn nicht begleitete. In späteren Jahren wurde die Beziehung zunehmend problematisch. Nach Lottis Tod 1983 stürzte Dürrenmatt in eine tiefe Krise, aus der er sich mit einer neuen, großen Liebe befreite.

Dürrenmatt war einer, der gerne laut dachte. Einer, der von sich behauptete, dass er nie verzweifle, weil er immer berauscht sei von den Möglichkeiten des Guten, des Bösen und des Verrückten, die es auf dieser Welt gebe. Seine Schwester Vroni Dürrenmatt (91) und seine Kinder Peter Dürrenmatt (66) und Ruth Dürrenmatt (64), die zum ersten Mal öffentlich über den Vater reden, kennen auch die andere Seite: Für Dürrenmatt stellte der Humor die einzige Möglichkeit dar, Distanz zu einer Welt zu nehmen, die er schwer erträglich fand und oft schwer ertrug.

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Rezension zu Dürrenmatt – Eine Liebesgeschichte
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Im Zentrum des Films steht die bisher unbekannte Liebesgeschichte von Friedrich Dürrenmatt und seiner Frau Lotti. 40 Jahre lebten die beiden in einer engen Beziehung: Kein Werk, das er nicht mit ihr diskutierte, keine Probe, auf die sie ihn nicht begleitete. In späteren Jahren wurde die Beziehung zunehmend problematisch. Nach Lottis Tod 1983 stürzte Dürrenmatt in eine tiefe Krise, aus der er sich mit einer neuen, großen Liebe befreite.

Dürrenmatt war einer, der gerne laut dachte. Einer, der von sich behauptete, dass er nie verzweifle, weil er immer berauscht sei von den Möglichkeiten des Guten, des Bösen und des Verrückten, die es auf dieser Welt gebe. Seine Schwester Vroni Dürrenmatt (91) und seine Kinder Peter Dürrenmatt (66) und Ruth Dürrenmatt (64), die zum ersten Mal öffentlich über den Vater reden, kennen auch die andere Seite: Für Dürrenmatt stellte der Humor die einzige Möglichkeit dar, Distanz zu einer Welt zu nehmen, die er schwer erträglich fand und oft schwer ertrug.

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Rezension zu Dürrenmatt – Eine Liebesgeschichte
Thomas Schneider
Thomas Schneider
Online-Redakteur im Haus des Dokumentarfilms

Im Zentrum des Films steht die bisher unbekannte Liebesgeschichte von Friedrich Dürrenmatt und seiner Frau Lotti. 40 Jahre lebten die beiden in einer engen Beziehung: Kein Werk, das er nicht mit ihr diskutierte, keine Probe, auf die sie ihn nicht begleitete. In späteren Jahren wurde die Beziehung zunehmend problematisch. Nach Lottis Tod 1983 stürzte Dürrenmatt in eine tiefe Krise, aus der er sich mit einer neuen, großen Liebe befreite.

Dürrenmatt war einer, der gerne laut dachte. Einer, der von sich behauptete, dass er nie verzweifle, weil er immer berauscht sei von den Möglichkeiten des Guten, des Bösen und des Verrückten, die es auf dieser Welt gebe. Seine Schwester Vroni Dürrenmatt (91) und seine Kinder Peter Dürrenmatt (66) und Ruth Dürrenmatt (64), die zum ersten Mal öffentlich über den Vater reden, kennen auch die andere Seite: Für Dürrenmatt stellte der Humor die einzige Möglichkeit dar, Distanz zu einer Welt zu nehmen, die er schwer erträglich fand und oft schwer ertrug.

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Kinostart:05.11.2015 in Deutschland
weitere Titel:
Dürrenmatt – Eine Liebesgeschichte
Dürrenmatt - A Love Story
Genre:Dokumentarfilm
Herstellungsland:Schweiz
Originalsprache:Deutsch
IMDB: 22
Offizielle Webseite:www.duerrenmatt-derfilm.ch
Regie:Sabine Gisiger
Drehbuch:Sabine Gisiger
Kamera:Matthias Günter
Schnitt:Andreas Winterstein
Darsteller:Friedrich Dürrenmatt
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Rezensionen:

Datenstand: 20.05.2019 14:27:14Uhr