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Schatten des Krieges

Das sowjetische Erbe (1/2)
Dienstag, 20.06.2017 22:05 Uhr
MDR
Dienstag
20.06.2017
22:05 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die Dokumentation erzählt vom Krieg aus sowjetischer Sicht und von seiner Allgegenwärtigkeit im heutigen Russland. "Der Große Vaterländische Krieg" ist eines der wesentlichen sinnstiftenden Momente. Und oft steht die historische Wahrheit dabei im Konflikt mit populären Mythen.
Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Ein mörderischer Krieg begann. Ein existentieller Krieg aus sowjetischer Sicht: Der Kampf gegen die Invasoren wurde als nationale Aufgabe des ganzen Volkes erlebt - "Der Große Vaterländische Krieg". Nach dem Sieg betrauert die Sowjetmacht 27 Millionen Tote. Aber sie feiert auch den mustergültigen Heroismus. Und obwohl der Krieg zahllose wirkliche Helden hervorbrachte, bevorzugte die sowjetische Propaganda erfundene Figuren.
Etwa Alexander Matrossow, der sich vor ein feindliches MG-Nest geworfen haben soll. Oder die 28 Panfilow-Soldaten, die 1941 bei Moskau fielen, als sie mit Molotowcocktails 18 deutsche Panzer zerstörten. Sie werden bis heute verehrt, obwohl ihre Geschichte eine Erfindung ist. Wie es wirklich war, will in Russland heute kaum jemand wissen. Die widersprüchliche Realität ist zur Ideologiebildung unnütz. Der Mythos tritt an ihre Stelle. 75 Jahre nach Kriegsbeginn pflegt der russische Staat ein vereinfachtes Bild vom Krieg, das noch unter Stalin entstanden ist und schöpft aus der Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg noch immer seine Identität.
Der mit dem Grimmepreis ausgezeichnete Film von Artem Demenok erzählt vom Krieg und davon, wie er in der individuellen und öffentlichen Erinnerung fortlebt. Der erste Teil erzählt vom Krieg aus russischer Sicht, der mehr zur nationalen Identitätsstiftung beiträgt als irgendein historisches Ereignis in Russland sonst.
Film von Artem Demenok

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 20.06.2017 um 22:05 Uhr auf MDR.