ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Der Letzte seines Standes?

Der Weißbinder vom Unkental
Sonntag, 14.05.2017 03:05 Uhr
ARD alpha
Sonntag
14.05.2017
03:05 Uhr
Teilen:
Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Im nördlichen Pinzgau, nahe der bayerischen Grenze, weitet sich das Unkenbachtal unterm Sonntagshorn zur Saalach hin. Holz- und Milchwirtschaft prägen diese Gegend wie vielerorts in den Alpen. Da war stets der Meister gefragt, der das helle Holz der Fichten, Tannen und Lärchen zu Gebinden für Milch, Butter und Käse zu fügen verstand: Der Weißbinder. Er ist Binder, Schäffler oder Böttcher in einer besonderen Ausprägung, entsprechend seinem Material und Werkstück. Der hier in Unken seine 500 Jahre alte Werkstatt führt, ist Johann Wohlschlager, Binder in der siebten Generation. Zu seiner Lehrzeit gab es allein hier im Salzburgischen 74 Binderbetriebe. Jetzt ist er der Letzte. Noch einmal steigt er mit seiner Kraxe voller Werkzeug hinauf zu den Höfen, in denen er als junger Mann auf der Stör Butterfässer, Sechter, das sind besondere Eimer für Milch, oder Stötz, flache Bottiche zum Rahmabsetzen, nach Bedarf herstellte. Er zeigt uns, wie aus frischer Esche der Fassreif geschnitten wird, und wie ein Sechter noch von Hand entsteht. Wir staunen, mit welch sicherem Augenmaß und Geschick er Fassdauben rund und wasserdicht fügt, erfahren einiges über die Bedeutung der links- oder rechts gedrehten Holzmaserung und erleben den Abschied von einem Jahrtausende alten Traditionsberuf.
Seit es Menschen gibt, stellen sie Werkzeuge und Gegenstände des täglichen Bedarfs mit ihren Händen her. Diese Handwerker haben durch die Jahrhunderte ihr Wissen über Herstellungsverfahren und Rohstoffbearbeitung verfeinert und an die nächste Generation weitergegeben. "Der Letzte seines Standes?" stellt aussterbende Handwerksberufe vor.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 14.05.2017 um 03:05 Uhr auf ARD alpha.