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An der Nordseeküste

Pas-de-Calais
Donnerstag, 27.04.2017 13:15 Uhr
NDR
Donnerstag
27.04.2017
13:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Der südwestliche Zipfel der Nordsee beginnt am Ende des Ärmelkanals, an der engsten Stelle zwischen den Küsten Frankreichs und Englands, wo sie nur 34 Kilometer auseinander liegen. An diesem geografischen Schnittpunkt pendeln täglich die Fähren zwischen Dover und Calais und kreuzen dabei den Schifffahrtsverkehr. Es gilt als eines der gefährlichsten Nadelöhre des weltweiten Seeverkehrs. Täglich fahren hier 500 Schiffe durch, darunter Passagierschiffe, Erdöltanker, Kriegsschiffe und mit gefährlichen Chemikalien beladene Containerschiffe. Dazu kommen noch unzählige Fischerboote und Freizeitsegler. Jederzeit kann es in diesem Gebiet zu einer Katastrophe kommen.
Für den französischen Kapitän Benjamin Daniel und seine Crew von der Fähre "Seafrance" kommt daher nie Routine auf. Sie sind verantwortlich für bis zu 1.900 Passagiere an Bord. Ständig beobachten sie den Verkehr, da sich manche Schiffe nicht an die Seefahrtsregeln halten. Wird auf dem Radar ein Kollisionsalarm ausgelöst, reagieren Kapitän Daniel und seine Offiziere sofort, um die Situation frühzeitig zu entschärfen.
Die größte Katastrophe für den zum Departement Pas-de-Calais gehörenden Küstenstreifen wäre ein Erdöltankerunglück. Die Sandstrände, Dünen und Kliffs der so genannten Opalküste ziehen jedes Jahr eine Million Besucher an und werden von Rangern der staatlichen Umweltorganisation Eden 62 instandgehalten und bewacht. Weite Teile der einzigartigen, unter Naturschutz stehenden Landschaft und die dort lebende Tierwelt wären bedroht.
Damit eine Katastrophe möglichst nie eintritt, wird der Schiffsverkehr auf der französischen Seite von der Seeüberwachungsstation "CROSS" kontrolliert. Sie liegt genau an jener Stelle an der geografisch der Ärmelkanal endet und die Nordsee beginnt. 52 Angehörige der französischen Marine und Küstenwache arbeiten an den Radarschirmen in wechselnden Schichten. Schiffe, die entlang der französischen Küste fahren, müssen ihnen Auskunft über ihre Ladung, die Gefahrenklasse, Anzahl der Besatzungsmitglieder und ihren Bestimmungshafen geben. Wenn die "CROSS"-Mitarbeiter eine mögliche Gefahr bemerken, können sie die Kapitäne der betroffenen Schiffe jedoch nur darüber informieren. Anweisungen erteilen dürfen sie, im Gegensatz zur deutschen Küstenwache, nicht. Für den Direktor der Seeüberwachungsstation, Pascal Savouret, steht außer Frage, dass der nächste Unfall passiert, offen ist nur, wann er sich ereignet.
Film von Alix Francois Meier

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 27.04.2017 um 13:15 Uhr auf NDR.