

"Ich finde, dass der Garten ein wunderbarer Ort ist, um Werkstatt sichtbar zu machen, und zwar die Stadt als Werkstatt. In unserer Beschleunigungs-gesellschaft, in der das Virtuelle so im Vordergrund steht und man nur noch über den Bildschirm kommuniziert, ist es ein Erlebnis, wenn man den Kontext der Stadt in Form eines Gartens wieder direkt erleben kann. Für viele Leute ist es sehr wichtig, auch für unsere Zukunft", meint die Künstlerin.
Nele Ströbels Auseinandersetzung mit diesem Thema findet Gestalt in Form einer große Ausstellung im Stadtmuseum Deggendorf. "Es ist ein begehbares Tagebuch, ein Hortus Conclusus. Ein geistiger Raum wird zum Bild", erläutert die Künstlerin. Die Ausstellung besteht aus vielen verschiedenen Einzelarbeiten in mehreren Räumen: Installationen, Zeichnungen, Keramiken, Holzplastiken und lebenden Pflanzen, deren Blätter von der Künstlerin Sybille Loew bestickt wurden.
Alle Arbeiten thematisieren auf unterschiedlichste Weise das Bestreben, die Stadt als Lebensraum neu zu entdecken. Immer mehr Menschen wollen in der Stadt leben, anstatt sich aufs Land vertreiben zu lassen, und die Stadt München beispielsweise unterstützt Projekte, die geeignete Orte in der Stadt zum Garten umbauen.
Höhepunkt der Ausstellung ist eine Klang-Performance von Zoro Babel. Er benützt die Terrakotta-objekte des Hortus Conclusus als Klangkörper. Kunst, Arbeiten und Leben werden zu einer neuen Einheit verschmolzen.
Von der Idee zum Kunstwerk ist es nicht immer ein leichter Weg - Kunstraum macht diesen Weg transparenter.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 27.04.2017 um 10:00 Uhr auf ARD alpha.