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Kunstraum

Mittwoch, 08.02.2017 21:45 Uhr
ARD alpha
Mittwoch
08.02.2017
21:45 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Kunstraum Forum der Gegenwartskunst Von der Idee zum Kunstwerk ist es nicht immer ein leichter Weg - Kunstraum macht diesen Weg transparenter. Die Sendereihe vermittelt die Visionen, Emotionen und Gedanken von Künstlern. Athen, im Sommer 2011: Monika Huber ist vom Goethe-Institut zu einer Ausstellung eingeladen, doch die Unruhen am benachbarten Syntagma-Platz geben ihr zu denken: Was können Künstler den Menschen in ihrer Not mit  Kunst eigentlich geben? "Die neue Handy-Technologie macht es möglich, dass man zuschauen kann, wie jemand erschossen wird oder auch wie jemand jemanden erschießt. Die technische Qualität der Bilder ist so, dass man gar nichts sieht, und dennoch sieht man sehr viel. Das hat mich zu neuen Arbeiten gereizt", äußert Monika Huber. Als Künstlerin musste sie die Erfahrung machen, dass sie mit keinem Bild die tatsächliche Realität darstellen kann! Sie musste sich fragen, ob man im Angesicht dieser brutalen Bilder überhaupt noch "abstrakt" malen könne. "Was machen diese Ereignisse, diese Bilder mit uns? Man kann ja nach deren Anblick nicht einfach zum normalen Tagesgeschäft übergehen, ins Atelier gehen, um das nächste abstrakte Bild zu malen", folgerte die Künstlerin. Monika Huber stellt ihr gesamtes bisheriges Schaffen in einer radikalen Selbstkritik auf den Prüfstand. Was haben abstrakte Arbeiten mit den realen Fotos der Nachrichtenbeiträge von Handyvideos zu tun? Zwei Jahre lang dauert dieser Auseinandersetzungsprozess und findet seinen Ausdruck in der Fotografiereihe "Einsdreißig", erstmals zu sehen im Haus der Kunst in München in der Ausstellung "Bild gegen Bild"; 2012. Dann finden im Juni 2013 in Istanbul wieder gewalttätige Proteste statt und Monika Huber entschließt sich, erstmals in ihrer künstlerischen Laufbahn mit Video zu arbeiten. Video ist für die Malerin Neuland, akribisch eignet sie sich die kamera- und Schnitttechniken an, um sich damit ausdrücken zu können. In enger Zusammenarbeit mit dem Kunstraum-Filmteam werden Möglichkeiten erprobt, mit den Mitteln der Malerei auf die projizierte Videobilder zu reagieren. Monika Huber reagiert darauf mit malerischen Gesten, findet zu ihrem typischen Duktus mit neuer Kraft, ihre Energie entlädt sich auf der Leinwand, angesichts der Bilder, die sie zuvor am Malen gehindert hatten. So entstehen in kurzer Folge Malsequenzen, die mit der Kamera wiederum aufgezeichnet und zu einer Collage montiert werden. "PROTEST" ist das Ergebnis eines Prozesses, in dessen Verlauf es Monika Huber gelungen ist, mittels Fotografie, Malerei und Film eine neue künstlerische Form zu finden.
Von der Idee zum Kunstwerk ist es nicht immer ein leichter Weg - Kunstraum macht diesen Weg transparenter.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 08.02.2017 um 21:45 Uhr auf ARD alpha.