Man süßte auch Taubenragout, Nieren-Pudding, Austern oder Fisch. Dann wandelt sich der Geschmack: Süßes und Salziges wurden getrennt. Und allmählich entwickelt sich ein eigener letzter, ausschließlich süßer, Gang: unser Dessert.
Zucker als Prestigeobjekt
Seit die Kreuzritter im 12. Jahrhundert den Zucker aus dem Nahen Osten mitbrachten, ist er ein Prestigeobjekt, das anfangs sogar in Gold und Silber aufgewogen wurde. Der industrielle Anbau von Zuckerrohr in der Karibik machte den Zucker preiswerter, doch er blieb ein Zeichen von Wohlstand und Macht. Zuckerbäcker und Patissiers galten in der Renaissance als Künstler und gestalteten die Tafeln der Adeligen mit ihren Zuckerkreationen. Die größten Zucker-Extravaganzen leistete sich die Handelsstadt Venedig: Prominente auswärtige Gäste und Herrscher wurden mit süßen Festmahlen beeindruckt. Es gab Zucker-Skulpturen von Päpsten, Königen, Kardinälen, Göttern und Tieren und bisweilen wurden ganze Gedecke täuschend echt aus Zucker geformt. Praktisch: Zerbrach ein Teller oder eine Gabel, konnte man die Reste gleich verspeisen.
Thementag: Festessen - Schlemmen rund um den Globus
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 23.12.2016 um 08:15 Uhr auf Phoenix.