Dietmar Tanterl arbeitet mit dem abstraktesten "Material", das einem Künstler zur Verfügung steht: mit Licht. Seine Arbeiten sind keine leuchtenden oder beleuchteten Plastiken oder Installationen. Für Tanterl ist das Licht das Medium des Ausdrucks. Wie komplex diese scheinbar einfache Ausgangs-Situation ist, schildert er so:
"Für mich ist das Entscheidende, dass ein Kunstwerk immer einen Bezug zur Realität hat. Es geht nicht darum, ein Werk in den allgemeinen Raum zu stellen, sondern darum, eine Versuchsanordnung zu finden, in der eine Arbeit als Werk zu verstehen ist, sozusagen Symbolcharakter hat, aber im Grunde genommen nur exemplarisch als Experiment fungiert."
Im neu gestalteten Lenbachhaus in München kann man Dietmar Tanterls Arbeit "Rot Wein Rot" als Dauerinstallation erleben. 18 Lichtkörper, in unterschiedlicher Stückzahl, aber auf einer einzigen Ebene im Treppengang verteilt, stellen die materielle Komponente von "Rot Wein Rot" dar. Die Arbeit besteht jedoch nicht darin, unterschiedliches Licht und unterschiedliche Farben, in diesem Fall Rot und Weiß, auszustrahlen. Es geht bei diesem Werk um das Erlebnis von Raum, Zeit, Farbe und Licht. Die Kombination dieser Elemente und die dann sich abspielenden subjektiven Gedanken und Erlebnisse sind die Dinge, die Tanterl interessieren.
"Es gibt die sprachliche Komponente, also Rot Wein Rot, dann eine symbolische, also z.B. Österreichische Nationalflagge, und dann einen Bezug zum Wein: Auf kaum einem Bild eines österreichischer Politikers fehlt das Glas Wein", sagt Dietmar Tanterl.
Und: "Ich wünsche mir eigentlich nur, dass der Betrachter in der Lage ist, nachzuvollziehen, was mich in dem Moment des Betrachtens gerade interessiert hat. Wenn ich das ansatzweise erreicht habe, bin ich schon zufrieden, mehr kann man gar nicht erwarten."
Biografie:
geboren1956 in Dietzen / Österreich
1981 Diplom an der Akademie der Bildenden Künste, München
seit 1977 Ausstellungstätigkeit mit unterschiedlichen Kooperationen.
Von der Idee zum Kunstwerk ist es nicht immer ein leichter Weg - Kunstraum macht diesen Weg transparenter.
Kontakt: Eva Maria Steimle\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 29.12.2016 um 10:00 Uhr auf ARD alpha.