Wolfgang Diller ist ein Computerkünstler der ersten Stunde. Seine Motive entstammen teils der Pop-Art, teils dem kritischen Realismus. Zur Computerkunst kam der durch einen Schicksalsschlag, den er aber produktiv nutzte.
"Ich habe eigentlich mit Malerei angefangen, ende der 70 er Jahre, in den 80er schon mit Video gearbeitet und damit begonnen, populäre Medien für die Kunst zu nutzen. Zu den Videospielen bin ich gekommen, weil ich mein Atelier verloren habe, meine Bilder alle vernichten musste. Vorher aber habe ich sie eingescannt und verwende sie jetzt als Vorlage für meine Spiel-Kunst. Virtuelle 3D-Welten. Ich wollte eine eigene Galerie, neue Installationen schaffen. Das Bauen hat mich gereizt. Außerdem finde ich es eine sehr wichtige Aufgabe, Medien-Archälolgie zu betreiben. Der erste Fernsehsender wurde immerhin von den Nazis in Betrieb genommen. Die Wurzeln der Medienkunst liegen im Militärischen". Wolfgang Diller
Das größte technische Problem besteht in der immer komplexer werdenden Betriebssoftware, die dem Künstler die Möglichkeit nimmt, seine Arbeiten mit den neuesten Computern zu gestalten. Wolfgang Diller setzt sich mit seinen Computer-Arbeiten wie kaum ein anderer der gnadenlosen Technologisierung unseres Alltags aus und vermittelt das Dilemma, in dem der Künstler als Individuum der (technisierten) Gesellschaft gegenübersteht.
Vita
geboren 1954
Studium der Kunstgeschichte
1980 Gründung Künstlergruppe "FRISCH GESTRICHEN" und der Produzentengalerie "U5" in München
seit 1984 Video Installation+Video
Arbeitsgebiete
Malerei, Neue Medien - Video, Bildhauerei - InstallationenKunst im öffentl. Raum
Ausstellungen
1983 "Neue Heimat" Galerie der Künstler München,
1984 "Kunst und Medien" Staatl. Kunsthalle Berlin,
1985 Exhibition Space New York, 1990 "Sklaven küsst man nicht" Galerie der Künstler München, 1992 "Videokunst in München" Lothringerstrasse München
Von der Idee zum Kunstwerk ist es nicht immer ein leichter Weg - Kunstraum macht diesen Weg transparenter.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 02.12.2016 um 17:00 Uhr auf ARD alpha.