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Früchte, Zucker, Schokolade – 20 süße Wahrheiten

alpha-Thema: "Schokolade & Co"
Montag, 28.11.2016 21:00 Uhr
ARD alpha
Montag
28.11.2016
21:00 Uhr
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1. Gibt es eine Mindestmenge? Schon beim Frühstück mögen viele Menschen gerne Süßes. Zucker soll Schwung bringen für den Tag. Doch brauchen wir Zucker überhaupt? Und wenn ja, wie viel? Das fragen wir Dr. Ulrike Kreinhoff von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Der Mythos, dass wir eine Mindestmenge Zucker brauchen, ist also falsch! Aber: Rund 10 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs dürfen ruhig aus Zucker bestehen. Für einen Erwachsenen sind das umgerechnet 20 Stück Würfelzucker.
2. Kann Schokolade das Herz schützen? In der Kakaobohne stecken Flavonoide und Polyphenole. Diese Stoffe sind beispielsweise auch in Rotwein zu finden. Sie halten die Gefäße elastisch und schützen vor Thrombosen und somit vor Herzinfarkten. Doch Stimmt das? Oft ist ein Quäntchen Wahrheit enthalten. Ein Wundermittel ist Schokolade aber nicht.
3: Wie viel Zucker ergibt ein Rübenfeld? Als Zuckerquelle ist hierzulande die Zuckerrübe bekannt. Doch wie ergiebig sind Zuckerrüben eigentlich? Aus einem Hektar Zuckerrüben lassen sich tatsächlich 13 Tonnen reiner Zucker gewinnen! Oder anders ausgedrückt: Vier Millionen Zuckerwürfel!
4: Machen Süßstoffe schlank? Fakt ist: Zuckerersatzstoffe werden künstlich hergestellt, und zwar chemisch synthetisiert. Ihr Vorteil: Sie süßen bis zu 400 mal intensiver als gewöhnlicher Haushaltszucker und haben vor allem keine Kalorien. Ideal zum Abnehmen? Faktisch ja, aber in der Praxis funktioniert das nicht immer so gut. Wir können unter Umständen sogar zunehmen! Professor Christoph Klotter, Ernährungspsychologe an der Hochschule Fulda warnt: Abnehmen mit Süßstoff? Vielleicht keine so gute Idee.
5: Was färbt die Cola so schön braun? Das schöne Braun der Cola stammt von der so genannten Zuckercouleur. Die entsteht, wenn Zucker karamellisiert, also erhitzt wird. In der Farbe, steckt allerdings der Schadstoff 4-Methylimidazol. Er versteckt sich hinter den Kennzeichnungen E150c und E150d. Weil der Schadstoff gesundheitlich bedenklich ist, hat die kalifornische Gesundheitsbehörde einen Warnwert von 29 Mikrogramm pro Tag eingeführt. Bei uns gibt es diese Warnwerte allerdings nicht. Laut einer Studie ist in deutscher Coca Cola der kalifornische Warnwert um das Sechsfache überschritten. Pepsi ist noch drei Mal höher belastet, genauso Afri-Cola.
6: Weckt Schokolade die Liebeslust? Kakao enthält die chemische Verbindung Phenylethylamin. Klingt nicht gerade erotisch, gilt aber als Muntermacher, der Puls und Blutdruck erhöht und für das Entstehen von Lustgefühlen verantwortlich sein soll. Schokolade also so eine Art süßes Viagra?
7: Wo schmecken wir das Süße auf der Zunge? Forscher gehen davon aus, dass wir mit unserer Zunge fünf Geschmacksrichtungen unterscheiden können: sauer, salzig, bitter, umami, also herzhaft und süß. Am empfindlichsten sind die Zungenspitze und die Seiten, in der Mitte ist eine Art "Grauzone" wo man weniger schmeckt. Geschmeckt wird über so genannte Geschmacksrezeptoren. Die für Süß finden sich geballt im vorderen Zungenbereich. Deshalb haben wir auch das Gefühl, nur hier Süßes zu schmecken. Aber in Wirklichkeit sind die Rezeptoren über die ganze Zunge verteilt. Wir können Süßes deshalb überall schmecken.
8: Wie heißt der Bowlenklassiker aus Weißwein, Sekt, Zitronenschalen und Zucker? Cocktails, Bowle und Co. Süßer, bunter Alkohol ist beliebt. Seit Jahrzehnten. In den 60er Jahren fängt man an, zu experimentieren. In der Musik, der Mode, dem Essen - und natürlich auch bei den Getränken. Ein Getränk fehlte auf keiner Party: Die Bowle! Doch wie hieß der Bowlenklassiker aus Weißwein, Sekt, Zitronenschalen und schön viel Zucker? Es ist die "Kalte Ente". Das Trendgetränk wurde nach dem Essen als Alternative zu heißem Mokka gereicht. Wobei heißer Mokka als das warme Ende, die Bowle alternativ als das kalte Ende getrunken werden konnte. Durch Verballhornung wurde daraus dann die "Kalte Ente".
9: Welcher Schadstoff steckt in Erfrischungsgetränken? Stiftung Warentest und das NDR-Magazin Markt haben aufgedeckt, dass in vielen Erfrischungsgetränken Benzol steckt. Bis zu 6,8 Mikrogramm pro Liter. In Trinkwasser darf gerade mal 1 Mikrogramm pro Liter drin sein. Fragt sich: Wie kommt Benzol überhaupt in die Getränke? Oft enthalten Softdrinks den Konservierungsstoff Benzoesäure, der die Bildung von Keimen und Pilzen verhindert. Gleichzeitig wird häufig Vitamin C, also Ascorbinsäure beigemischt, für den säuerlichen Geschmack. Beide Stoffe können miteinander reagieren, dann bildet sich giftiges Benzol.
10: Entzieht Zucker dem Körper Vitamine und Kalzium? Zucker raubt unserm Körper Vitamine und Kalzium. Macht also die Knochen weich. So sagt es jedenfalls der Volksmund. Aber stimmt das auch? Richtig ist: Der Körper braucht, um Zucker zu verdauen, Vitamin B1. Das hilft bei der Aufspaltung von Zucker in seine verwertbaren Bausteine. Das Vitamin selbst wird dabei aber nicht verbraucht. Und was ist mit dem Kalzium, das die Knochen weich machen soll? Stimmt nicht, sagt Dr. Ulrike Kreinhoff von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Zucker ein Vitamin und Kalzium-Räuber? Dieser Mythos ist falsch.
11: Sind regelmäßige Schokoladenesser wirklich schlanker? Aber ist das nicht ungesund? Amerikanische Forscher machten eine Studie und stellten Erstaunliches fest. Nämlich, dass regelmäßige Schokoladenesser im Durchschnitt schlanker sind als diejenigen, die Schokolade nicht mögen. Annette Gumpricht ist Ernährungswissenschaftlerin und meint, dass ein anderer Gedanke mit spielt: nämlich die Bewegung. Aber: Manche Forscher vermuten, dass die sekundären Pflanzenstoffe in der Schokolade doch einen positiven Einfluss auf unser Gewicht haben. Schlank durch moderaten, regelmäßigen Schokokonsum? Da könnte also tatsächlich etwas dran sein.
12: Wie viel Prozent der Deutschen leiden unter einer Fructose-Unverträglichkeit? Tatsächlich reagieren fast 15 Prozent aller Deutschen empfindlich auf Fruchtzucker. Das ist etwa jeder siebte Deutsche. Was aber genau passiert bei einer Fructose-Unverträglichkeit? Normalerweise wird der Fruchtzucker im Dünndarm in seine Bestandteile zerlegt. Nehmen Betroffene aber zu viel Fruchtzucker auf, kann er nicht vollständig verarbeitet werden. Er gelangt in den Dickdarm, wo Bakterien ihn aufspalten. Gase entstehen. Die Folge sind Blähungen, Schmerzen und Durchfall.
13: Ist Honig tatsächlich gesünder als Zucker? Das ist also leider falsch. Denn außer ein paar Vitaminen und Mineralstoffen besteht Honig zu 20 Prozent aus Wasser und zu 80 Prozent aus Zucker. Er ist also eigentlich nur eine übersättigte Zuckerlösung. Außerdem haftet Honig leicht an den Zähnen und kann so Karies verursachen.
14: Wieviel Zucker steckt in einer Flasche aromatisierten Wassers? Toxikologe Professor Edmund Maser sagt, dass aus ernährungsphysiologischer Sicht ein zu viel an Zucker immer schädlich für den Körper ist. Trinken wir zu viel von gesüßten Fruchtwässerchen, erhöht sich auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.
15: Macht Schokolade glücklich? Schokolade enthält tatsächlich einen Stoff, aus dem im Körper ein Glückshormon gebildet wird, und zwar Serotonin. Dazu kommt noch Theobromin, ein Stimulans, das als Stimmungsaufheller wirkt. Aber: Es scheitert ein bisschen an der Menge, denn wir müssten auf einmal etwa 200 bis 300 Tafeln essen, um einen Effekt zu erzielen. Schokolade an sich macht also nicht glücklich. Wohl aber das schöne Gefühl, das wir beim Schokolade essen haben.
16: Wie viel rote Beere stecken wirklich in der Fruchtschnitte? Fest steht: Die Verpackungen suggerieren oft viel Frucht. Im Kleingedruckten sind aber hauptsächlich Apfelsaftkonzentrat und Apfelpüree vermerkt. Und das mit insgesamt fast 60 %. Übrigens: Diese Mogeleien sind völlig legal. Sowas ärgert nicht nur uns Verbraucher, sondern auch die Verbraucherschützer.
17: Macht Fruchtzucker weniger dick als Kristallzucker? Bei so leckeren Köstlichkeiten wie Torten, Kuchen und Gebäck schnappt die Kalorienfalle gnadenlos zu. Denn darin steckt Kristallzucker. Der ist nicht nur süß, sondern macht auch dick! Doch es gibt da auch Alternativen: Fruchtzucker zum Beispiel, auch Fructose genannt. Der steckt im Obst und wird in immer mehr Lebensmitteln verarbeitet. Fest steht: Fruchtzucker hat genau so viel Kalorien wie Kristallzucker. Beim Verzehr von Kristallzucker wird im Körper automatisch Insulin ausgeschüttet. Und damit dem Gehirn signalisiert: Stopp! Ich bin satt! Die Fructose löst diese Insulin-Ausschüttung nicht aus. Das heißt: Wenn wir fructosehaltige Getränke oder Nahrungsmittel zu uns nehmen, bleibt dieses Signal aus. Weniger dick mit Fruchtzucker – ein gefährlicher Irrglaube.
18: Welche Erdbeere schmeckt am besten? Die aus konventionellem Anbau? Die Bio- Variante oder die Erdbeere aus dem eigenen Garten? Gibt es da wirklich Unterschiede im Geschmack? Das wollten wir genauer wissen und schickten drei Proben nach München ans Institut für Biotechnologie der Naturstoffe. Hier ist es gelungen, das Erdbeeraroma zu entschlüsseln. 12 chemische Verbindungen sind dafür entscheidend. Fehlt nur eine, schmeckt die Erdbeere nicht mehr nach Erdbeere. Was kam bei unserer Proben heraus? Es zeigte sich, dass die Gartenerdbeere und die Erdbeere aus dem Bioanbau ein ähnliches Spektrum an so genannten flüchtigen Verbindungen aufgezeigt hat. Im Klartext: Beide Anbauformen bilden ähnliche Aromaprofile. Der konventionelle Anbau am Feld hat sich davon allerdings unterschieden.
Aber warum fehlen der konventionellen Erdbeere Geschmackseigenschaften? Der Grund: Sie werden häufig auf Größe gezüchtet, stecken viel Kraft ins Wachstum und weniger in den Geschmack. Bio- oder Gartenerdbeeren haben diesen Stress nicht und haben deshalb häufig den besseren Geschmack.
19: Ist dunkle Schokolade wirklich gesünder als helle? Ob hell oder dunkel - Schokolade besteht immer aus Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker. Die helle Milchschokolade enthält mehr Milchpulver oder Sahne. Dunkle Schokolade hat mehr fetthaltige Kakaomasse. Die schmeckt herber und intensiver. Was die Kalorienzahl betrifft, gibt’s kaum Unterschiede: In beiden Sorten stecken pro 100 Gramm durchschnittlich 536 Kilokalorien. Allerdings kann die dunkle Schokolade mit hochwertigen Inhaltstoffen aus der Kakaobohne punkten: so genannten Polyphenolen und Flavonoiden. Je höher der Kakaoanteil, desto mehr dieser sekundären Pflanzenstoffe liefert die Schokolade. Polyphenole und Flavonoide sind gefäßschützend und gleichzeitig antioxidativ. Aber nicht nur das, denn dunkle Schokolade stillt auch schneller den Heißhunger auf Süßes. Fazit: Dunkel ist tatsächlich gesünder.
20: Worin steckt mehr Energie: in einem Gramm Zucker oder in einem Gramm Fett? Zucker liefert reichlich Energie. Die braucht man auch, wenn man tüchtig anpackt. Aber: Könnte da Fett nicht mehr Energie liefern? Ja! Denn einem Gramm Zucker stecken vier Kilokalorien, in einem Gramm Fett dagegen neun und damit mehr als doppelt so viel Energie. Allerdings dauert es bei Fett recht lange, bis der Energieschub wirkt. Anders bei Zucker. Der ist unschlagbar, wenn es darum geht, unserem Körper möglichst schnell Energie zur Verfügung zu stellen. Also: Wer ganz schnell Power braucht, der sollte lieber zu Zucker greifen. Am besten in Form von Traubenzucker.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 28.11.2016 um 21:00 Uhr auf ARD alpha.

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