In einem angesagten Viertel von Montréal hat Charles-Antoine Crête sein Traumrestaurant eröffnet, das „Montréal Plaza“. Zuvor hat er 14 Jahre lang bei Normand Laprise gearbeitet, einem der Starköche Kanadas, und in Europa, Australien und Japan Erfahrungen gesammelt. Dann entschied er sich dafür, sein eigenes Ding zu machen, unabhängig von allen Küchentrends. Er lebt für seine Arbeit, seine Gäste bewirtet er wie gute Freunde und unterhält enge Beziehungen zu seinen Lieferanten.
Die Produkte für seine virtuos zubereiteten Gerichte besorgt er unter anderem bei Jean-Pierre Bertrand, den er schon seit mehr als 15 Jahren kennt. Bei ihm wachsen rund 125 Apfelsorten; er hat sich aber auch zunehmend auf Gemüse spezialisiert. Er baut Pastinaken, Steckrüben, Knollensellerie, Kohlrabi und so weiter an, Wurzelgemüse, das spät reift und erst nach dem ersten Frost geerntet wird. Deswegen hat es einen hohen Zuckergehalt. Die Knollen sind sehr intensiv im Geschmack. Winterporree, Süßkartoffeln und Shiso sind weitere Spezialitäten aus Pierres Garten, der einem Gemüse-Experimentierlabor gleicht.
Zurück in der Küche kreiert Charles-Antoine Crête ein übereinandergeschichtetes Gericht aus feinen Apfelscheiben, Shiso und Foie gras. Und seiner überbordenden Fantasie und Kreativität scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein: Eine blanchierte und frittierte Rosenkohlstaude, die einem kleinen Weihnachtsbaum gleicht, übergießt er mit einer scharfen Mayonnaise mit selbst gemachtem Obstessig, der mit Honig einreduziert wurde, garniert sie mit Parmesan, Schalotten und einer besonderen Gewürzmischung. Neben Gemüse verwendet Charles-Antoine Crêtes gerne das Fleisch des Boileau-Hirsches für seine Gerichte, das zu den bekanntesten Produkten Québecs zählt.
Charles-Antoine Crêtes Restaurant ist nach Art einer französischen Brasserie gestaltet, mit viel Metall und Holz. Es soll ein populäres Lokal für jedermann sein. „In einem Restaurant soll man sich hinsetzen und genießen können”, sagt Charles-Antoine Crête. „Ich brauche keinen Doktor in Nuklearphysik, um zu verstehen, was ich esse. Genauso wenig das Gefühl, dass es nur darum geht, mich zu beeindrucken. Wir sind hier, um unsere Gäste glücklich zu machen.”
Zehn Küchenchefs aus der ganzen Welt nutzen die Traditionen und Ökosysteme ihrer jeweiligen Region als Ausgangspunkt für kulinarische Kunstwerke und denken über die künftige Ernährungsweise der Menschheit nach. In wundervollen Gegenden mit einzigartiger Naturlandschaft setzen sich die Küchenchefs bei ihrer Arbeit in der Küche wie im Garten und der freien Natur für einen respektvollen Umgang mit dieser ein und kämpfen dafür, dass unser Essen nachhaltig produziert wird.
Regie: Philippe Allante\nProduzent: ARTE F\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 24.11.2016 um 15:50 Uhr auf arte.