ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Der Letzte seines Standes?

Der Drehorgelbauer aus Grassau - ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“
Sonntag, 30.10.2016 12:45 Uhr
BR
Sonntag
30.10.2016
12:45 Uhr
Teilen:
Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

"Da nimmst ein paar Brettl und einen Papp'ndeckel und dann baust du's zusammen und dann spielt es." So bringt Alois Blüml seine Kunst des Drehorgelbauens auf einen kurzen Nenner. In einem alten Bauernhaus, dem Zacherlhof im Chiemgau, steht alles voller merkwürdiger Gegenstände, Kisten, Kästen, Vogelkäfige, Gläser, manches sieht eher nach Gerümpel aus, aber alles hat irgendwie mit Musik zu tun. Zu ihm kommen alle, Sammler, Museen und solche, die einfach nur seine Werke bewundern, er gilt als Kapazität in der Drehorgelszene. Die "Salon-Ariston" baut er wieder, den "Tanzbär" und wie sie alle heißen, die verschiedenen Drehorgeln. Alois Blüml ist Meister in vielen Disziplinen: Konstrukteur, Schreiner, Schweißer, Dreher. Seine wichtigste Eigenschaft aber ist die nie endende Geduld. Blasebälge, Walzen und über 500 kleine Einzelteile montiert er in ein fein poliertes Holzgehäuse. Auch das, was früher den besonderen Reiz dieser "Musik-Maschinchen" ausmachte, die auswechselbaren Lochscheiben oder -streifen, kann Alois Blüml wiederherstellen.
Seit es Menschen gibt, stellen sie Werkzeuge und Gegenstände des täglichen Bedarfs mit ihren Händen her. Diese Handwerker haben durch die Jahrhunderte ihr Wissen über Herstellungsverfahren und Rohstoffbearbeitung verfeinert und an die nächste Generation weitergegeben. "Der Letzte seines Standes?" stellt aussterbende Handwerksberufe vor.
ARD-Themenwoche 2016: "Zukunft der Arbeit"
"Zukunft der Arbeit" ist der Titel der ARD-Themenwoche 2016, die in diesem Jahr vom Hessischen Rundfunks (hr), vom Saarländischen Rundfunk (SR) und von Radio Bremen verantwortet wird. Eine Woche lang, vom Sonntag, 30. Oktober, bis Samstag, 5. November, beleuchten Sendungen im Ersten, in allen dritten Programmen und in den Partnerprogrammen der ARD, im Radio und im Internet die unterschiedlichen Facetten der digitalen Arbeitswelt und wie sich die Menschen heute und morgen über ihre berufliche Tätigkeit definieren.
Wer sind die Gewinner und Verlierer?
Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Die Zukunft der Arbeit hat längst begonnen. Digitalisierung und Globalisierung schreiten unaufhaltsam voran. Die klassische Erwerbsarbeit des Industriezeitalters verliert an Bedeutung. "Industrie 4.0", "Sharing-Ökonomie" oder "Cloud-Working" heißen die Schlagworte. Das "Internet der Dinge" wird schon bald Produkte aus dem 3D-Drucker möglich machen, individueller und billiger als heute. Software wird Sachbearbeiter in den Büros ersetzen, Automaten werden sich selbst optimieren. Neue Plattformen und Netzwerke machen bereits jetzt jeden Autobesitzer potentiell zum Billig-Taxi-Anbieter und jeden Wohnungsbesitzer zum Vermieter von Gästezimmern. Aber wer sind bei all diesen Veränderungen eigentlich Gewinner und Verlierer?
Der Stellenwert von Arbeit
Und wie verändern sich der gesellschaftliche und der persönliche Stellenwert von Arbeit? Arbeit wird mit Geld entlohnt. Doch entspricht der Lohn auch der Leistung? Das monatliche Einkommen eines Bankers ist weit höher als das einer Altenpflegerin, ein Immobilienmakler verdient mehr als ein Konditor, eine Hausfrau bekommt gar keinen Lohn. Andere wiederum vermehren ihr Vermögen, ohne dafür zu arbeiten. Immer häufiger wird gefragt: Ist das gerecht? Wer und was bestimmen eigentlich heute und in Zukunft den Wert der Arbeit in unserer Gesellschaft?
Die ARD-Themenwoche 2016 beschreibt die "Zukunft der Arbeit" nicht als technologische Vision, sondern stets mit dem Blick auf den Wert der eigenen Arbeit: Welchen Stellenwert hat meine Arbeit? Was passiert mit meinem Arbeitsplatz? Wie verdiene ich morgen mein Geld? Was müssen unsere Kinder heute lernen, um in der zukünftigen Arbeitswelt zu bestehen? Wer sorgt dafür, dass unsere Arbeitsgesellschaft nicht auseinanderfällt?
Diesen Fragen gehen die Programme der ARD eine Woche lang aus unterschiedlichen Blickwinkeln nach - in Spielfilmen und Fernseh-Dokumentationen, in aktuellen Radioprogrammen und in Ratgeber-Sendungen und mit einem umfangreichen Dossier im Netz.

Kamera: Angela Witt\nSchnitt: Rüdiger Lorenz\nAutor: Rüdiger Lorenz\nKontakt: Jörg Michael Schmid\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 30.10.2016 um 12:45 Uhr auf BR.