Günther Birkelbach, 76 Jahre alt und gebürtiger Sauerländer, baut für uns einen Meiler auf. Er ist der älteste aktive Köhler Deutschlands, bereits in der vierten Generation. Und er ist auch der einzige Köhler, der noch auf die Stöhr geht, sich also zu denen hin begibt, die nach seiner Arbeit verlangen. In der vorindustriellen Zeit war Holzkohle im Handwerk, Gewerbe und Haushalt unentbehrlich. Besonders zum Verhütten des Eisenerzes brauchte man viel Holzkohle. Nur damit ließen sich Temperaturen erreichen, mit denen das Eisen aus dem Erz herausgeschmolzen werden konnte.
Als man Mitte des 19. Jahrhunderts begann, Steinkohle industriell zu fördern und Erdöl zu gewinnen, wurde der Untergang des alten Handwerks der Köhler eingeläutet. Aber auch heute wird noch Holzkohle benötigt und eingesetzt, z.B. für die Herstellung von Aktivkohle oder das Grillvergnügen. Holzkohle entsteht durch die thermische Umwandlung des Holzes, durch die Holzverschwelung (Pyrolyse). Ausgangsmaterial für Holzkohle ist überwiegend Hartholz (Buche, Eiche), das für hohe Verbrennungstemperatur sorgt. Wird Holzkohle zum Grillen verwendet, so sollte sie aus Weichholz (Fichte, Tanne) hergestellt werden, da die Verbrennungstemperatur niedriger ist und somit das Grillgut weniger leicht verbrennt.
Seit es Menschen gibt, stellen sie Werkzeuge und Gegenstände des täglichen Bedarfs mit ihren Händen her. Diese Handwerker haben durch die Jahrhunderte ihr Wissen über Herstellungsverfahren und Rohstoffbearbeitung verfeinert und an die nächste Generation weitergegeben. "Der Letzte seines Standes?" stellt aussterbende Handwerksberufe vor.
Autor: Benedikt Kuby\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 05.09.2016 um 14:00 Uhr auf ARD alpha.