Lässt sich gleichgeschlechtliche Liebe mit der Bibel und dem Glauben an Gott vereinbaren oder nicht? Darüber wurde und wird in den Kirchen gestritten.
In vielen evangelischen Landeskirchen ist die Debatte darüber beendet; in anderen sind mühsam Kompromisse gefunden worden, deren Tragfähigkeit sich erst noch erweisen muss. Die Haltung der katholischen Kirche ist klar: Homosexualität entspricht nicht dem Willen Gottes. Was bedeutet das für homosexuelle Christen, die ihren Glauben ernst nehmen? Fühlen sie sich in der Kirche willkommen? Und wie erleben homosexuelle Pfarrerinnen und Pfarrer ihren Arbeitgeber?
Der Film stellt Menschen vor, die sich persönlich oder in ihrem Amt mit dieser Frage auseinandersetzen müssen - etwa Ulrike und Barbara Franke. Beide wussten, dass es schwierig wird, als sie sich vor 25 Jahren beim Theologiestudium in einander verliebten. Trotzdem wurden sie Pfarrerinnen. Und ihr Liebe blieb - erst heimlich, dann in einer Fernbeziehung. Nach einigen Jahren will das lesbische Paar dann zusammen leben, unter dem Dach des Pfarrhauses. Aber es stellt sich heraus: Das ist in Sachsen eben nicht ohne weiteres möglich.
Auch Markus und Paul Raschke aus Dresden haben erlebt, welche Aufregung ausbricht, wenn man sich als schwul outet – besonders, wenn man zuvor lange Jahre verheiratet war und Kinder groß gezogen hat. Ihr Glaube an Gott hat ihnen geholfen, diese schwierige, aber doch so wichtige Zeit des Umbruchs durchzustehen. Doch wie reagieren andere Christen auf ihre Liebe? „Gott hat mich so gemacht, er weiß es doch“, sagt Markus heute lachend. Offen geht er mit seiner sexuellen Neigung um und kämpft in der ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) für die Rechte schwuler, lesbischer und transsexueller Christen. Er arbeitet unter der Woche im evangelischen Kirchenamt und am Sonntag als Küster vor den Gottesdiensten. Und er fühlt sich in seiner Gemeinde zu Hause.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 05.09.2016 um 05:55 Uhr auf HR.