Nur die herrlichen Schneevulkane erinnern daran, dass man in Südamerika ist. Auch über 150 Jahre nach Beginn der Einwanderung ist diese Gegend noch stark deutsch geprägt. Das "Hotel Holle" oder das "Haus am See" laden zum leckeren Kuchen - ein Wort, das die Chilenen längst übernommen haben. Die Familie Mödinger, die mit dem ersten Auswandererschiff aus dem schwäbischen Remstal kam, hat hier die größte Wurstfabrik Chiles aufgebaut. Ihr Emblem mit dem lachenden Schwein vor dem schneebedeckten Vulkan Osorno ist im ganzen Land ein Markenzeichen.
Schwäbische Saitenwürstchen, rote Bratwürste und Leberwurst sind die Renner. Betriebsleiter Victor Mödinger spricht fließend deutsch mit schwäbischem Akzent, ebenso sein Sohn Michael. Beide haben ihre Metzgerausbildung in Oberschwaben gemacht. Rund 200.000 Deutschstämmige leben heute in Chile, die meisten kommen aus dem so genannten "Deutschen Süden". Sie sind längst loyale chilenische Staatsbürger geworden und leben meist in der Hauptstadt Santiago, 1000 Kilometer weiter nördlich. Aber viele von ihnen zieht es immer wieder in die Heimat ihrer Ahnen mit seinen azurblauen Seen und schneebedeckten Vulkanen. Der Film besucht diese wunderschöne Region und wandelt auf den Spuren deutscher Einwanderer. In einer phantastischen Landschaft, die vom Massentourismus noch unentdeckt geblieben ist.
Film von Götz Goebel
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 28.08.2016 um 13:45 Uhr auf EinsPlus.