Südöstlich der Stadt Brandenburg erstreckt sich bis hin zum Spreewald ein weites Urstromtal und durchzieht dabei sehr unterschiedliche Landschaften. Der Begriff Zauche aus dem Slawischen übersetzt bedeutet "trockenes Land". Karg sind die Böden der "Märkischen Streusandbüchse", die neben der Kartoffel auch den edlen Spargel wachsen lassen. Die Stadt Beelitz wurde Synonym für deutschen Spargel.
Neben den Sandböden der Zauche bietet das Urstromtal von Baruth die letzten geschützten Sumpfländer. Als breiter Gürtel zieht sich diese Landschaft vom Spreewald zu den Havelseen und beherbergt auf einem ehemaligen Jagdgelände der Roten Armee den Wildpark Johannismühle, wo heute Bären, Luchse und Wölfe leben. Die Zauche und das Baruther Urstromtal liegen geografisch nebeneinander und umschließen vom Süden her Berlin.
In Lehnin gründeten die Zisterzienser ihr erstes Kloster in der Mark. Der Süden Berlins gilt auch als eine Kinderstube des märkischen Adels. Die Familien derer von Rochow und Quitzow haben hier ihre Wurzeln und ihre Burgen. Später nannte man sie "Kartoffelbarone". Aber nicht nur die Vermarktung der Knolle als Lebensmittel ließ Geld in die Kassen fließen. Nach 1850 konnte die Stärke der Kartoffel für die Herstellung von Alkohol aufgeschlossen werden. Noch heute lassen sich die Reste alter Brennereien finden.
Autor: Hans-Dieter Rutsch\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 09.08.2016 um 14:15 Uhr auf NDR.