Kurz nach der Unabhängigkeit 1947, die zwei Jahrhunderte britischer Kolonialherrschaft beendet, kommt es zu einer stärkeren Öffnung zum Ausland. Das rebellische und spirituelle Indien zieht Menschen aus der ganzen Welt an. Selbst die Beatles suchen hier nach dem inneren Frieden und bereiten so den Weg für Generationen von Hippies auf der Suche nach dem Nirwana. Umgekehrt übernehmen die Inder auch die Sitten und Gebräuche des Westens. Mit dem Aufstieg der Konsumgesellschaft entdecken sie nach und nach neue Lebensweisen - aber vor allem sich selbst. So löst sich die Gruppe schließlich langsam auf, an ihre Stelle tritt das Individuum. Dieser Wandel veranlasst viele indische Fotografen, die Veränderungen innerhalb ihrer Gesellschaft aus einer persönlichen Perspektive zu betrachten. Pablo Bartholomew, Pionier beim Ablichten des Privatlebens, hat gerade mit den Arbeiten seiner Jugend im anarchistischen Indien der 70er und 80er Jahre ein komplexes Werk geschaffen. Nun tritt Atul Loke in seine Fußstapfen. Er fotografiert immer und immer wieder das Haus seiner Kindheit und zeigt damit, wie das Leben in der Gemeinschaft sich dem Ende zu neigt. Sohrab Hura gräbt noch tiefer in der kollektiven Psyche Indiens. Sie veröffentlichte ein Fototagebuch, das die Schizophrenie ihrer Mutter thematisiert, und somit in der breiten Öffentlichkeit für große Aufregung sorgte, da die Mutter in Indien unantastbar ist.
Indien ist ein Land im rasanten Umbruch. Der ARTE-Vierteiler erteilt den Fotografen des vielschichtigen Subkontinents das Wort. Denn ihr Blick geht tiefer, ihr Fotojournalismus schärft unser Bewusstsein für die indische Sicht der Dinge. Wie kann man die jüngsten Entwicklungen im heutigen Indien begreifen? ARTE zeigt die vier Dokumentationen an einem Sonntagnachmittag.
Regie: Emma TASSY\nAutor: Emma TASSY\nProduzent: ARTE F\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 07.08.2016 um 17:35 Uhr auf arte.