Einst war ganz Mitteleuropa von dichten Urwäldern bedeckt, doch diese Zeiten sind vorbei, nur wenige grüne Inseln haben überdauert. "Mythos Wald" erzählt die Geschichte dieser letzten Oasen. Für den neuen Film von den Machern der weltweit ausgezeichneten Produktion "Die Wiese" wurden Teile der Ausrüstung sogar eigens angefertigt, um mit sehr langen Zeitraffern, extremen Zeitlupen und neuen Makrooptiken Phänomene zu zeigen, die das Auge nicht sieht. So sieht man den "Tanz der Lebermoose" oder wie der Blütenstaub der Haselnuss durch den Wald weht.
"Mythos Wald" ist eine opulente Reise in eine Welt, die wir zu kennen glaubten und nun nie wieder mit denselben Augen sehen werden. Der römische Autor Tacitus schrieb einst über den mitteleuropäischen Wald: "Die Bäume waren so gewaltig, dass die Legionäre unter ihren Wurzeln hindurch reiten konnten". Doch diese Wälder sind lange verschwunden. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass selbst die Wälder in einem National Park fern von echten Urwäldern sind. Nachdem die großen Pflanzenfresser wie Bison und Auerochse ausgerottet waren, haben wir ein Biotop verloren, das artenreicher war als jedes andere in Mitteleuropa.
Die Sendung zeigt auf, wie dieses Paradies, das wir einst verloren haben, zurückgewonnen werden kann. Noch immer ist der Wald der Lebensraum für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten, die Bühne für die großen und kleinen Dramen der Natur: Der Film zeigt Füchse, die im Frühjahr unter der Erde ihre Jungen bekommen und wie die verspielten Welpen noch tapsig ihren Bau verlassen. Auch die Erlebnisse einer Wildschweinrotte werden dokumentiert.
Film von Jan Haft
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 07.08.2016 um 15:15 Uhr auf HR.