Noch prägen sie das Bild der Oasenstadt Yazd am Fuß des 4700 Meter hohen Schirku-Gebirges im zentraliranischen Hochland, die Vorläufer stromfressender Klimaanlagen. Sie charakterisieren mit ihren aufgefächerten lehmgemauerten Einlassöffnungen als kunstvolle Türme die Dächer der Stadt. Ohne den geringsten Energieverbrauch saugen sie die kühlenden Winde in die Tiefe der Häuser.
Mirza Banai, 81 Jahre, ist Windturmbauer. Er beherrscht als einziger noch die Kunst, diese genialen Konstruktionen aus einer längst vergangen Zeit in den Wind zu mauern. Seine Materialien sind von Hand geformte, nur in der Sonne getrocknete Ziegel, Mörtel aus Wasser und Lehm und ein paar Rundhölzer aus der Oase Isfahan. Die Dokumentation hält den Bau des wohl letzten originalen Windturms im Iran über eine Spanne eines halben Jahres fest. Denn so ein Werk aus purem Lehm lässt sich nicht einfach in wenigen Tagen hochmauern. Zwischen den einzelnen Bauphasen muß der Turm ruhen, sich setzen, durchtrocknen. In diesen Pausen begleitet die Dokumentation den Meister in sein Heimatdorf in den Bergen.
Der Turm ist der erste wieder seit Generationen und wohl der letzte für eine lange Zeit.
Seit es Menschen gibt, stellen sie Werkzeuge und Gegenstände des täglichen Bedarfs mit ihren Händen her. Diese Handwerker haben durch die Jahrhunderte ihr Wissen über Herstellungsverfahren und Rohstoffbearbeitung verfeinert und an die nächste Generation weitergegeben. "Der Letzte seines Standes?" stellt aussterbende Handwerksberufe vor.
Autor: Rüdiger Lorenz\nKontakt: Jörg Michael Schmid\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 02.08.2016 um 06:30 Uhr auf ARD alpha.