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Schattenwelt BND

Wie viel Geheimdienst braucht Deutschland? Thema: Wer bespitzelt wen?
Dienstag, 19.07.2016 20:15 Uhr
arte
Dienstag
19.07.2016
20:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Es ist eine gigantische Geheimbehörde, ein Dienst, der vollkommen im Verborgenen operiert: Der Bundesnachrichtendienst (BND) setzt Tausende Beamte mit falschen Namen und falschen Pässen ein, um an fremde Staatsgeheimnisse zu kommen und an Informationen, die in keiner Zeitung zu lesen sind: Wie kämpft der sogenannte Islamische Staat? Was sind Putins Pläne? Was kommt als nächstes auf Deutschland zu? Solche Fragen sollen die Agenten für das Kanzleramt beantworten. Ihre Aufklärungsaufträge erhalten sie aus dem Verteidigungsministerium, aus dem Auswärtigen Amt oder aus anderen Ministerien. Die Spione sind der sechste Sinn der Regierung.
Aber der BND steckt tief in einer Vertrauenskrise. Ein Abhörskandal nach dem anderen erschüttert den Dienst. Nichts und niemand scheint vor der Neugier der Spione sicher zu sein: Ohne jeden Anlass wurden E-Mails und Telefonate deutscher Bürger überwacht. Die deutschen Agenten haben ihren US-Kollegen von der NSA geholfen, Firmen in Deutschland auszuspähen, sie haben Hillary Clinton und Kofi Annan abgehört und sogar vor deutschen Diplomaten nicht halt gemacht. Der Dienst ist aus dem Ruder gelaufen. Gerhard Schindler war der erste BND-Präsident, der zugab, dass sein Dienst zu weit gegangen ist.
Musste er deshalb gehen? Wer bändigt diesen Spionagebetrieb mit seinen gewaltigen Abhöranlagen und seinem Datenhunger? Was leistet der BND? Welche Rolle spielt er für die Politik und wo sollen die Grenzen für den Geheimdienst sein? Diesen Fragen gehen die Autoren nach und erhalten aufschlussreiche Antworten.
Dokumentarfilm Deutschland 2015
Thema: Wer bespitzelt wen?
Super-Spähprogramme, Massenüberwachungen, immer neue Enthüllungen: Das Misstrauen der Menschen in Europa gegenüber den Geheimdiensten sitzt tief. Auch der BND ist in den letzten Jahren heftig unter Druck und in die Kritik geraten: "Freunde" wurden ausgespäht, diverse Referate führten offensichtlich ein Eigenleben, die Spitze des BND wurde unlängst ohne weitere Angabe von Gründen vorzeitig neu besetzt.
THEMA hinterfragt kritisch die Arbeit des BND, stellt seinen Dienst insgesamt auf den Prüfstand, blickt aber auch zurück zur Geburtsstunde des BND und legt offen, in welchem Ausmaß der Geheimnisdienst in den ersten Jahren der Bundesrepublik von SS-Angehörigen und Nazi-Funktionären geprägt wurde.
Der zweite Teil des Abends taucht in eine Zeit, als Spionage noch ohne Super-Spähprogramme auskommen musste und dennoch entscheidend in den Lauf der Geschichte eingriff: Eine Doku-Fiktion durchleuchtet die Verstrickungen des FBI in die US-Politik aus Sicht von Edgar Hoovers Assistenten und heimlichen Geliebten, und ein Profiler von heute rekonstruiert eine spannende Spionageaffäre aus dem Zweiten Weltkrieg.

Regie: Rainald Becker, Christian H. Schulz\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 19.07.2016 um 20:15 Uhr auf arte.