Seit Jahrzehnten wird in vielen Ländern weltweit nach Enldagerstandorten für hoch radioaktiven Atommüll gesucht, wissenschaftlich geforscht, und immer wieder werden mögliche Standorte verworfen. Der Müll wird provisorisch gelagert, in Kühlbecken auf Atomkraftwerksgeländen und in Zwischenlagern. Unvorstellbares Chaos würde über die Welt hereinbrechen, wenn plötzlich eine unkontrollierte Kettenreaktion wie eine Atombombe losginge. Die nukleare Katastrophe in Fukushima im März 2011 hat uns nur eine Idee der Gefahrenlage vermittelt.
Mit diesem Dokumentarfilm begibt sich der Schweizer Filmemacher Edgar Hagen auf die komplexe Suche nach dem sichersten Ort der Erde. Menschen, die das Problem stellvertretend für uns alle lösen wollen, stehen im Zentrum des Films - ihr Bemühen, ihre Kämpfe, ihr Hoffen und ihre Niederlagen. Der Protagonist, der Atomphysiker Charles McCombie, ist seit 35 Jahren in führenden Positionen und mit ungebrochenem Optimismus in die weltumspannende Suche nach dem sichersten Ort involviert. Im Film öffnet er exklusiv Türen zu Orten, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, und trifft auf Weggefährten seiner Atomendlagersuche und einige seiner schärfsten Gegner.
Es ist eine Reise durch tiefe Schichten kollektiver Verdrängung. Trotz jahrzehntelang erfolgloser Suche nach praktikablen Endlagerstandorten wird die Produktion von hoch radioaktivem Atommüll fortgesetzt. Die Verdrängung des Problems wird dadurch begünstigt, dass das radioaktive Material aus Sicherheitsgründen auch heute schon provisorisch weggesperrt werden muss: in tabuisierte, dem öffentlichen Auge entzogene Gelände, in die nur unter schwierigsten Auflagen Einblick gewährt wird.
Dokumentarfilm Schweiz 2013
* THEMA Spezial: 30 Jahre Tschernobyl
Am 26. April 1986 ereignet sich in Tschernobyl die bisher schwerste nukleare Havarie aller Zeiten. Viele Menschen leiden bis heute an den Spätfolgen der Katastrophe. 30 Jahre nach Tschernobyl und fünf Jahre nach dem GAU von Fukushima begibt sich THEMA am Dienstag in die radioaktiv belasteten Gebiete, zeigt den Lebensalltag der Menschen und wirft mit zwei weiteren preisgekrönten Filmen unbequeme Fragen auf: In "Der russische Specht" forscht der exzentrische Künstler Fjodor Alexandrowitsch nach dem wahren Grund für den Reaktorunfall von Tschernobyl. Und Filmemacher Edgar Hagen macht sich in seiner "Reise zum sichersten Ort der Erde" auf die Suche nach dem idealen Endlager für hoch radioaktiven Müll.
ARTE Future begleitet den Themenabend online mit zahlreichen Informationen rund um das Thema Kernkraft sowie einem Dossier zu den Konsequenzen des Super-GAUs von Tschernobyl.
Regie: Edgar Hagen\nProduzent: WDR\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 26.04.2016 um 21:45 Uhr auf arte.