Gefühle zeigen und verstehen ist nicht immer einfach. Sich in unserer Welt "richtig" zu verhalten auch nicht. Was ist heutzutage schon normal? Was nicht? Der Film "Dennis - und wie er die Welt sieht" erzählt aus der Perspektive eines Autisten Geschichten vom kleinen Glück, von Freundschaften, Beziehungen und Vertrauen, das im Laufe der Zeit wächst - und vom Erwachsenwerden. "Viele denken, ich sei ein ganz normaler Mensch. Erst wenn man länger mit mir spricht, merkt man, dass ich Sachen wiederhole oder über Sachen lache, über die kein anderer lacht, zum Beispiel über die Feuerwehr, Gewitter oder Geräusche. Das ist die Sache, die ich habe", sagt Dennis.
Der 23-Jährige hat eine Autismus-Spektrum-Störung, eine neurologische Entwicklungsstörung, die sich im Umgang mit Mitmenschen ebenso zeigt wie im Wiederholen von Verhaltensweisen. Zusammen mit Alex und Christoph teilt er sich ein Stockwerk in einer Dreier-Autisten-WG in München - insgesamt dreizehn junge Autisten wohnen hier. Dennis lebt dort, seit seine Mutter gestorben ist. Er ist der Sonnenschein der WG und auf den ersten Blick sehr offen. Im sozialen Umgang ist Dennis eingeschränkt: So kommt es manchmal zu recht komischen Missverständnissen, aus denen er dann im Laufe der Zeit lernt. Die Wohngemeinschaft tut Dennis gut. Freundschaften entstehen hier langsam, ebenso auch Vertrauen.
Von diesem "Zuhause" erzählt die Filmautorin Linda Hofmeier, von Wind und Wetter und dem alltäglichen Leben. Über ein halbes Jahr hat sie Dennis begleitet: beim WG-Leben, bei seiner Arbeit als Hausmeistergehilfe in einem Gymnasium, beim Cocktailtrinken und Fußballschauen mit seinen autistischen Freunden, bei seiner Oma und seinem guten Freund, dem Pizzabäcker Ernesto, beim Schwimmen und beim Wetterbeobachten.
Moderation: Meinhard Schmidt-Degenhard
Ein Film von Linda Hofmeier aus der Reihe "Horizonte"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 16.04.2016 um 17:30 Uhr auf HR.