Immer neue Geschmackswelten zwischen Hopfen und Malz erforschen heute die Bier-Liebhaber. Die Bewegung kommt - wie so häufig - aus den USA, die so genannten "Craft-Biere". Ausgerechnet im Land des Reinheitsgebotes hinkt man noch dem Trend hinterher. Das Neue an der Bierbewegung ist der Hopfen - als Geschmacksträger werden inzwischen natürliche Aromahopfensorten auch in den großen Anbaugebieten Tettnang und Hallertau gezüchtet. Und die jungen Braumeisterinnen und Braumeister nennen sich "Hopferstopfer" oder "Bierschmuggler" und experimentieren mit den "Special Flavour Hops".
Durch den Hopfen verändern sie den Geschmack des Massenbieres - gerade in der Bierlandschaft des Südwestens. Denn in Baden-Württemberg dominieren die Kleinbrauereien. Mehr als 180 Brauereien gibt es, von der Mikro-Brauerei mitten in Stuttgart bis zur Dorfbrauerei im hintersten Winkel des Landes. Diese kleinen Bierbrauer wachsen in einem schrumpfenden Markt. Mit Qualität, Regionalität und Spezialisierung treffen sie auf eine Bier-Community, die mehr Geld für ein besonderes und feineres Bier ausgibt, sich im Internet austauscht oder zu Probezirkeln trifft - Bier zu bestimmten Anlässen, als Aperitif oder Digestiv, zu edlem Essen.
Individualität contra Massengeschmack: Das erfordert eine hohe Handwerklichkeit beim Brauen. Damit produzieren gerade die vielen Mittelständler im Südwesten gute Biere und bedienen die regionalen Gefühle der Menschen. So gesehen entsteht im Südwesten eine neue Lebensart - im Biertrinken.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 12.04.2016 um 15:45 Uhr auf Einsfestival.