Von der Idee zum Kunstwerk ist es nicht immer ein leichter Weg - Kunstraum macht diesen Weg transparenter: Michael Krause "Was bleibt". Die Installation "Was bleibt" entstand im Rahmen der Ausstellung HABSELIGKEITEN der Archäologischen Staatssammlung München, in der Kunstwerke zeitgenössischer Künstler den Objekten früherer Epochen gegenübergestellt wurden.
Michael Krause wagte in dieser Ausstellung etwas Außergewöhnliches: er besorgte sich Implantate, die bei der Verbrennung von Leichen in Krematorien "übrig" bleiben: künstliche Gelenke, Hüften, Schultern, aber auch Schrauben und Scharniere. Diese Objekte stellt er in Schaukästen aus, in denen üblicherweise antike Fundstücke zu sehen sind.
"Was bleibt" ist also hier keine Frage, sondern eine Feststellung. Obwohl die ausgestellten Objekte auf den ersten Blick nichts anderes sind als gebrauchte Werkzeuge in ganz wörtlichen Sinn, vermitteln sie bei näherer Betrachtung doch tiefe und direkte Einblicke auf Fragen unserer Existenz.
Michael Krause: "Die Beschäftigung mit Tod und damit mit dem, was bleibt, ist schon seit langer Zeit wichtig für mich. Ich habe Steinmetz gelernt und viel auf den Friedhof gearbeitet, und durch die direkte Arbeit mit Leichen habe ich zum Tod ein ganz neues, mir bis dahin unbekanntes Verhältnis entwickelt - übrigens auch zu den Hinterbliebenen. Meine Installation vermittelt diese Bezüge: wie achtsam gehe ich mit mir und meinem Leben um, was bedeutet Ehrfurcht, was bedeuten Angst und Tod?"
Michael Krause, geboren 1958, studierte nach seiner Lehre als Steinmetz an der Akademie der Bildenden Künste in München und am Goldsmith College in London. Teilnahme an zahlreichen Ausstellungen. Michael Krause lebt und arbeitet in München und Altomünster.
Kunstraum, das Forum der Gegenwartskunst vermittelt Zugänge zu Kunstwerken und Künstlern auf verschiedene Art und Weise: Durch das lautlose Begleiten der Kamera werden nicht nur die jeweiligen Künstler vorgestellt. Auch durch das (nicht kommentierende) Aufzeigen von Entstehungsprozessen einzelner Werke kann der Zuschauer in die Gedanken und Schaffens-Welt des Künstlers abtauchen. Jeder der 15 -minütigen Filme vermittelt Visionen, Emotionen und Gedanken eines Künstlers. Wenn Kunst es schafft, den Zuschauer zu berühren, setzt sich ein bewusstseinserweiternder Prozess oft automatisch, unbewusst in Gang. Der Beobachter erahnt Themen, die Intention des Künstlers und - noch mehr und viel wichtiger - er kann das Kunstwerk in neue Zusammenhänge setzen, individuell und einzigartig aber ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Daneben gibt es allgemeingültige, lehrbare und kognitiv vermittelbare Zugänge zur Kunst und zu einzelnen Kunstwerken.
Von der Idee zum Kunstwerk ist es nicht immer ein leichter Weg. Kunstraum, das Forum der Gegenwartskunst macht diesen Weg transparenter
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 28.02.2016 um 12:45 Uhr auf ARD alpha.