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Zeuge der Zeit: Rabbi Dr. Henry G. Brandt

Von der Suche nach dem Verlorenen
Dienstag, 10.11.2026 02:00 Uhr
BR
Dienstag
10.11.2026
02:00 Uhr
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Bildquelle: br
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"Wir sitzen hier gemeinsam im gleichen Boot. Ich helfe Dir, Du hilfst mir. So wuchsen wir auf. Das war Freiheit." Erinnert sich Henry Brandt, wenn er von seiner Ankunft als 12-Jähriger in Tel Aviv im Jahre 1939 spricht. Die Freiheit. Nur kurz zuvor hätte Familie Brandt sie fast verloren.
Bis zum letzten Moment wollte Vater Friedrich Brandt es nicht wahrhaben. Seine Heimat Deutschland, für die er im Ersten Weltkrieg als Patriot gekämpft hatte, würde ihn und seine Familie schützen. Aber weit gefehlt. Die beiden Schwabinger Schuhgeschäfte der Familie Brandt wurden enteignet, die geliebte liberale Hauptsynagoge am Lenbachplatz noch vor der Pogromnacht im November 1938 abgerissen. Mit einem der letzten Schiffe nach Palästina gelingt der Familie die Flucht.
Für Henry G. Brandt, der damals noch Heinz-Georg heißt, ist es eine Flucht nach vorn. In diesem erstmals so ausführlichen Interview erzählt der Rabbiner Henry G. Brandt von seinen verschiedenen Leben: seinem Kindheitstraum, Straßenbahnfahrer in München zu werden. Seinem leidenschaftlichen Einsatz als junger Hagana-Kämpfer beim Unabhängigkeitsprozess des Staates Israel.
Seinem Leben als Marktanalyst bei Ford in England und seiner Berufung zum Rabbiner, die ihn über unterschiedliche Länder zurück nach Bayern führte und zu einem der prägendsten Persönlichkeiten im liberalen Judentum Europas sowie im interkonfessionellen Dialog machte.
Was letztendlich ein rosaroter Elefant mit Henry G. Brandts Rückkehr nach Deutschland zu tun hatte – auch davon erzählt der vielfach ausgezeichnete Rabbiner auf seine kluge, humorvolle und einnehmende Weise in diesem Film.

Textquelle: ARD Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 10.11.2026 um 02:00 Uhr auf BR.