

Hein - Schriftsteller, Essayist und Dramatiker - wird in den Achtzigerjahren fast über Nacht bekannt. Seine Erzählung "Der fremde Freund" macht in Ost wie West Furore: In der Bundesrepublik erscheint sie unter dem Titel "Drachenblut". Der Autor erzählt emotionslos sezierend die Geschichte einer DDR-Ärztin. Zu Hause im spießigen Ambiente eines Plattenbaus, ist sie erfolgreich im Beruf, aber bindungsunfähig. Das trifft den Zeitgeist. Das Buch wird in 22 Sprachen übersetzt. Für die einen ist es Sinnbild für das politische Verstummen einer ganzen Generation im Osten, für die anderen trifft das Kultbuch aus der DDR das "No Future"-Gefühl im Westen.
Auch in den folgenden Jahren erweist sich Hein als Chronist brüchiger Schicksale. So in den Romanen "Horns Ende" und "Der Tangospieler", nach der Wende wieder in seinem Buch "Napoleonspiel". Er selbst bezeichnete sich stets als einen "Chronisten ohne Botschaft".
Christoph Hein, Pfarrersohn und Absolvent der philosophischen Fakultät, macht sich nicht nur a
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 04.04.2024 um 23:10 Uhr auf MDR.