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Als Rügen Urlaubsinsel wurde

Ein Film von Katrin Richter und Gudrun Brigitta Nöh
Sonntag, 25.05.2025 10:45 Uhr
HR
Sonntag
25.05.2025
10:45 Uhr
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Bildquelle: ARD Foto
Bildquelle: ARD Foto

Auf Rügen gibt es kilometerlange weiße Sandstrände, glanzvolle Bäderarchitektur, die Seebrücke von Sellin. Sechs Millionen Übernachtungen werden dort pro Jahr gebucht.

Deutschlands größte Insel hat Karibik-Flair. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Rügen nicht die Insel der Urlauber. Jeder zweite Bewohner dort war ein Flüchtling. Rügen war "Umschlagplatz" für Vertriebene. Mondäne Hotels, reetgedeckte Pensionen wurden zu Notunterkünften für die Menschen. Trotzdem sprach man 1946 offiziell von der „ersten Nachkriegssaison an der Ostseeküste".

Sieben Jahre später begann die „planmäßige Entwicklung des Feriendienstes der Gewerkschaft beim Aufbau des Sozialismus". Sie begann rücksichtslos mit der sogenannten Aktion Rose. Willkürlich wurden 1953 private Hotel- und Pensionsbesitzer, Geschäftsleute enteignet und verhaftet. Aus Privatbesitz wurde Volkseigentum. Urlauber des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) zogen ein. Das Kurhaus Binz allerdings hatte einen Sonderstatus. Wie es damals auf Rügen war, darüber berichten die Menschen, die hinter den Tresen und Essensausgaben standen. Sie erzählen von zentraler Einweisung, von Essen in drei Durchgängen, davon, wie Mangelwirtschaft mittels Fantasie kaschiert wurde. "Auch wenn das Bier dünn und das Eis wässrig war, es war doch Urlaub an der Ostsee."

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 25.05.2025 um 10:45 Uhr auf HR.