F@ck this job

Abenteuer im russischen Journalismus

Quelle: ARD-Pressebild
Quelle: ARD-Pressebild

Seit 2010 berichtet Doschd und setzt dem russischen Staatsfernsehen eine unabhängige Stimme entgegen. Der Titel des Films stammt aus der Live-Reportage eines Doschd-Reporters vom Maidan-Platz in Kiew, als 2014 die Polizei auf Demonstranten schießt. Beim verdeckten Einmarsch in den Donbass verneint Putin im Staatsfernsehen, dass russische Soldaten in der Ukraine sind. Währenddessen berichtet Doschd aus dem Donbass und interviewt dort gefangengenommene russische Soldaten.
Wie wichtig der Sender ist, zeigt sich in der aktuellen Lage: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich kurz nach dem Einmarsch der russischen Truppen auf Doschd TV direkt an das russische Volk – möglicherweise bedeutet dies das endgültige Aus für den Sender.
Der Dokumentarfilm "F@ck this Job" von Regisseurin Wera Kritschewskaja erzählt die Geschichte von Doschd und seiner Gründerin Natascha Sindeewa von 2008 bis heute. Es ist die bemerkenswerte Geschichte eines Moskauer Glamourgirls mit rosa Porsche und Pelzmantel, die von der Partykönigin zur Kämpferin für die Pressefreiheit in Russland wird. Putin erklärt sie unlängst zur "feindlichen Agentin". "Doschd" bedeutet Regen. Im Netz ist der Kanal international unter tvrain zu finden und sendet.
Regisseurin Wera Kritschewskaja begleitet Natalja Sindejewa und Doschd bis August 2021. Der Film gewann im Herbst 2021 den Zuschauerpreis beim Filmfest in Warschau, hatte US- Premiere beim Filmfest DOC-NYC und lief in der Reihe "Best of Fest" beim Filmfestival IDFA in Amsterdam. Eine Koproduktion von NDR und BBC.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 21.02.2023 um 23:55 Uhr auf Radio Bremen TV.