Spanien von oben - Geschichte(n) eines Landes (4/5)

Die Ära der Konquistadoren

Quelle: ZDF-Pressebild
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Beflügelt vom Sieg über die Mauren, finanzierte Isabella von Kastilien die erste Entdeckungsreise des genuesischen Seefahrers Christoph Kolumbus. Er stach von der Ría de Huelva, dem Ästuar der Flüsse Tinto und Odiel, mit drei Schiffen in See, um eine neue Handelsroute nach Indien zu finden. Der Italiener, dessen Expeditionsvorhaben zuvor an den Höfen Europas auf Ablehnung gestoßen waren, entdeckte die Neue Welt unter kastilischer Flagge. Die Erschließung Mittel- und Südamerikas brachte den iberischen Königshäusern über 350 Jahre lang Macht und Reichtum. Das Erbe des riesigen Weltreichs, das sie eroberten, ist heute noch präsent.
Auf Kolumbus folgten weitere Glücksritter: Francisco Pizarro, der das Inka-Reich stürzte, und Francisco de Orellana, der das Amazonasgebiet entdeckte. Beide Konquistadoren stammten aus Trujillo in der Extremadura. Kaiser Karl V., Erbe des Herrscherhauses Habsburg, dehnte die Grenzen des spanischen Reichs weiter aus. Handelsstädte wie Sevilla und Cádiz blühten ab dem 16. Jahrhundert auf, wovon ihre Architektur noch heute zeugt. 1580 führte Philipp II., einziger Sohn Karls V., die Kronen Portugals und Spaniens - und ihre Handelskontore - zusammen. Es war das Siglo de Oro des spanischen Weltreichs, in dem, so hieß es, die Sonne nie untergehe.
Ein Jahrhundert später starb mit dem Tod des kinderlosen, von innereuropäischen Kriegen zermürbten Monarchen auch die Habsburger-Dynastie in Spanien aus. Damit endete die Ära der Konquistadoren, deren Hunger nach Gold und Eroberung die Verbreitung der spanischen Kultur in der ganzen Welt ermöglicht hatte.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 16.09.2021 um 11:45 Uhr auf arte.