Hohenlohe, das einstige Armenhaus von Württemberg, ist längst zum kulinarischen Geheimtipp geworden. Wo einst Fürsten und Fürstinnen regierten, kann man heute sowohl die traditionelle bäuerliche als auch die gehobene Küche finden. Und Menschen, die mit Engagement traditionelle Produkte herstellen, im Großen wie im Kleinen. "Blooz" gilt als Flammkuchen der Hohenloher*innen und ist ein mit Speck und Käse oder mit Blauschimmelkäse und Birnen belegter Brotfladen aus dem Holzbackofen - auch die Spezialität in Hohenlohes erstem Hof-Café, der umgebauten Scheune von Familie Schöll in Brunzenberg. Hier werden die Gäste noch in Original-Tracht und mit Hohenloher Holundersekt und Birnenschaumwein, handgerüttelt nach dem Champagnerverfahren, empfangen. Die Mosesmühle in Bächlingen serviert stilvoll Lammfleisch und Schafskäse aus artgerechter Bio-Haltung. Bernulf Schlauch stellt einen Schaumwein aus Holunderblüten her, seinen Holunderzauber. Familie Jauernik in Weißlensburg verkauft Bio-Schaffleisch und Käse. Hohenlohe ist auch die Heimat des berühmten "Boef de Hohenlohe" und des schwäbisch-hällischen Schweines. Sie wurden von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall vor dem Aussterben gerettet. Die Erzeugergemeinschaft ist ein Zusammenschluss von mehr als 1.500 Bäuerinnen und Bauern. Sie vermarkten ihr Rindfleisch und schwäbisch-hällisches Schweinefleisch längst deutschlandweit und sind zu einem Wirtschaftsfaktor in der Region geworden. Hohenlohe wird auch international als "Genussregion" vermarktet. Eine Region, die vor allem im Frühling ihr zauberhaftes Gesicht zeigt, wenn in den Tälern von Jagst und Kocher die Schafe weiden, die Schweine wieder auf die Weide getrieben werden und die Holunderblüten zu einem einzigartigen Getränk verarbeitet werden.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 04.04.2021 um 13:50 Uhr auf SWR.