Die gefährlichsten Schulwege der Welt

Das Dorf Zangla am Fluss Zanskar in 4.000 Meter Höhe im indischen Himalaya, hier wohnt der zehnjährige Motup mit seinen Eltern. Völlig abgeschieden leben dort 650 Menschen. Wer nicht im Dorf bleiben will, muss auf eine der Schulen in der großen Stadt. Motup hatte zwei Monate Winterferien und bereitet sich eine Woche vor Halbjahresbeginn mit seinem Vater auf die Reise nach Leh vor, in das Internat, das er und seine Freunde besuchen. Sein Schulweg ist ein Fußmarsch, der mindestens vier Tage dauern wird. Die Route führt 100 Kilometer über einen zumeist zugefrorenen Fluss, der sich unterwegs plötzlich auch in einen reißenden Strom verwandeln kann. Es ist der wohl längste Schulweg der Welt. Der Fluss Chadar ist wild, naturbelassen, kaum zugänglich und ohne Befestigungen. Er gilt selbst unter den erfahrenen Einwohnern als besonders tückisch und unberechenbar. Mal ist das Eis dick und sicher wie eine Schlittschuhbahn, ein paar Meter weiter droht man im reißenden Fluss einzubrechen. Plötzlich auftauchendes Hochwasser kann Schüler und Väter zu gefährlichen Umwegen durch die Gebirgsschlucht zwingen - nie wissen sie, ob die Reise zur Schule vier, fünf oder gar sechs Tage dauert. Die ungefütterten Gummistiefel mögen dabei das Wasser abweisen - sie sorgen auf der anderen Seite aber für Eiszapfen an den Füßen. Angst und Tränen sind die ständigen Begleiter des kleinen Motup. Viermal im Jahr gehen er und seine Schulfreunde die 100 Kilometer ins Internat, zweimal hin, zweimal zurück. Es ist eine atemberaubende Umgebung, doch für die Schönheiten der Natur haben die kleinen Kinder keine Augen. Der Schulweg im tibetischen Hochgebirge ist eine anstrengende Expedition, der den Kindern alles abverlangt. 100 Kilometer über Eis, reißendes Wasser, steile Schluchten, Tag und Nacht unterwegs. "Die gefährlichsten Schulwege der Welt - Himalaya" begleitet vier Kinder und ihre Väter durch das tibetische Hochland im Himalaya. Wie bereiten sich die Kinder auf diese gefährliche Reise vor? Welche Gefahren begegnen ihnen im viertägigen Abstieg nach Leh? Aus der Perspektive der lernhungrigen Schulkinder, eingebettet in das atemberaubende Panorama des Himalaya, erzählt der Film die Geschichten von großen Hindernissen und noch größeren Träumen. Spektakuläre Naturaufnahmen setzen den Rahmen für diese spannenden Alltagsgeschichten aus einem nahezu unbekannten Flecken unserer Erde. Drei Wochen lang begleiteten Regisseur Leonhard Steinbichler und sein Kamerateam die kleinen Schüler. Wie gefährlich dieser Schulweg tatsächlich ist, erfuhr er schnell am eigenen Leib: Mitten auf dem vereisten Fluss brach sich der hochgebirgserfahrene Filmemacher die rechte Hand. Fernab jeder Infrastruktur gibt es in einem solchen Fall nur eine Möglichkeit: Zähne zusammenbeißen und weitermarschieren. Die Strapazen haben sich gelohnt - denn am Ende standen einmalige Einblicke in den Schulalltag und das Leben, die jeden Zuschauer bereichern werden. Die fünfteilige Reihe "Die gefährlichsten Schulwege der Welt" taucht ein in die verschiedenen Kulturen der Welt. Die Serie dringt zu Menschen vor, die in noch völlig ursprünglichen und von der Zivilisation beinahe unentdeckten Landschaften leben und sich im Einklang mit ihnen befinden. Artenreichtum, extreme Wetterverhältnisse und die geografische Einzigartigkeit prägen die Landschaften und das Leben der dort ansässigen Menschen. Die Serie begleitet die Schulkinder der unterschiedlichen Regionen, beginnend in ihrem Lebensumfeld über den Schulweg bis in die unterschiedlichen Schulen. Klettern, balancieren, leiden: Alles für das eine Ziel: ein besseres Leben.

Quelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 22.11.2020 um 09:45 Uhr auf ARD alpha.