Geld allein macht die Armen nicht glücklich

Dokumentation Frankreich 2017

Quelle: Pressebild
Quelle: Pressebild

Die Dokumentation zeigt den Alltag von Menschen in einem südfranzösischen Dorf, dessen industrielle Blütezeit längst vorbei ist. Ein stillgelegtes Bergwerk, geschlossene Geschäfte, Straßenmusik vor dem Supermarkt und viel Verzweiflung - aber auch kleine Glücksmomente - prägen das Leben dieser Männer und Frauen, die nichts mehr zu verlieren haben. Ein einfühlsames Porträt der französischen Arbeiterklasse des 21. Jahrhunderts.


Die Dokumentation zeigt den Alltag von Männern und Frauen in einem südfranzösischen Dorf, dessen industrielle Blütezeit schon lange vorbei ist. Ein stillgelegtes Bergwerk, geschlossene Geschäfte, Straßenmusik vor dem Supermarkt und viel Verzweiflung sorgen für eine unangenehme Atmosphäre. Trotzdem prägen auch kleine Glücksmomente das Leben der Einwohner dieses Dorfes, die nichts mehr zu verlieren haben.

Das kleine Bessèges in den südfranzösischen Cevennen hat seine besten Zeiten hinter sich. Eine Kirche, ein Postamt, ein stillgelegter Bahnhof, eine Polizeistation und ein großer Supermarkt mit Parkplatz sind alles, was von dem einst dynamischen Industriestandort geblieben ist. Die Läden in der Hauptstraße wurden geschlossen, hinter den halbgeschlossenen Rollläden bitten einige Anschläge zaghaft um Übernahme. Die verlassenen Fabriken stehen am Flussufer neben der Brücke.

Auf die Schließung des Bergwerks im Jahr 1960 folgte 1980 die der Stahlwerke; seither wird in Bessèges nichts mehr produziert. Die Mieten sind niedrig, aber viele Wohnungen stehen leer. Hier leben alte Menschen und zumeist alleinstehende Männer mit "gebrochenen Existenzen". Viele von ihnen beziehen seit 30 Jahren Sozialhilfe. Und dennoch: Aufgeben kommt für sie nicht in Frage.

Wie schon in ihrem letzten Film "Personaleingang" liefert Manuela Frésil ein einfühlsames Porträt der französischen Arbeiterklasse des 21. Jahrhunderts. In Bessèges heißt es, "von Sozialhilfe könne man nicht leben, nur überleben". Die Protagonistinnen und Protagonisten der Dokumentation machen deutlich, dass man seine Existenzgrundlage verlieren kann, ohne an Würde einzubüßen. Sie haben mehr Zeit als ihre wohlhabenden Zeitgenossen; sie leben von Solidarität, Freundschaft und Zusammenhalt.

Michel pflanzt heimlich Blumen am Flussufer, Alec spielt Gitarre vor dem Supermarkt und baut einen Brunnen, denn "ein Dorf ohne Brunnen ist ein Dorf ohne Seele". "Geld allein macht die Armen nicht glücklich" zeigt jenseits von Aktionismus und politischer Ideologie, wie man auch - und gerade - ohne Geld glücklich sein kann.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 12.10.2020 um 23:40 Uhr auf arte.

12.10.2020
23:40
Livestream
Audio-Format:stereo
Bild-Format:16:9
Farbe:farbe
Audio-Beschreibung: nein
Hörhilfe: nein
HDTV: nein
Logo-Event: nein
VPS:1602538800
Alternative Ausstrahlungstermine:
12.10.2020 23:40 Uhr arte