

Die Schwarzwald-Region hat schon immer findige Tüftler hervorgebracht. Entlang der Uhrenstraße ist die Tradition der Feinmechanik und der Uhren-Herstellung bis heute lebendig. Im 17. Jahrhundert bringen Glasträger eine kleine Wanduhr mit in den Schwarzwald. Findige Tüftler bauen das Mitbringsel nach und entwerfen eigene Wanduhren aus Holz. Schwarzwälder Uhren werden zum Erfolg und verkaufen sich in alle Welt. In Schramberg ist die Tradition der Feinmechanik und Uhrenherstellung lebendig geblieben. Die Schwarzwald-Gemeinde ist Sitz der Firma Junghans, einst größter Uhren-Produzent weltweit. Heute werden in der alten Junghans-Villa wieder mechanische Uhren gebaut: Markus Lehmann hat mit seinen Einzelstücken "Made in Schwarzwald" großen Erfolg. Einem traditionellen Schwarzwaldhandwerk widmet sich der 45-jährige Oliver Zinapold in Triberg: Er ist einer der letzten Schnitzer für echte Kuckucksuhren. Einige Bewohner der Uhrenstraße gehen stramm mit der Zeit, wie Ralf Schuler, der in Furtwangen Schwarzwald-Motive mit frischen Ideen und Wortwitz auf T- Shirts druckt. Der Schriftzug "Uhrensohn" ist ein bisschen missverständlich, aber legitim. Denn sein Großvater war Uhrenhändler, der seinerzeit seine Ware noch in einer Kiepe über die Schwarzwaldhöhen zu den Kunden im Tal trug. Manfred Molicki dagegen plädiert für ein neues Zeitverständnis. Er hat in Königsfeld die "Eigenzeit" eingeführt und lädt zu einem Umdenken in einer von Zeitdruck geprägten Gesellschaft ein. Der Filmautor trifft Menschen, die an der Straße leben, arbeiten oder sie durchfahren. Seltene historische Filmdokumente und Aufnahmen zeigen wie das Leben hier früher war, als die Uhrenindustrie in voller Blüte stand, der Landarzt die Bauern auf den Höfen besuchte oder die Kinder mit den Skiern zur Schule mussten.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 29.07.2020 um 14:00 Uhr auf BR.