

Jenseits der offiziellen Freundschaftstreffen häuften sich in der DDR rassistische Vorfälle gegen Vertragsarbeiter, die gezielt vertuscht und verschwiegen wurden. So gab es beispielsweise im Sommer 1975 in Erfurt immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Deutschen, Ungarn und Algeriern. Im August eskalierte die Situation. Mit dem Ruf 'Schlagt die Algerier tot!' wurden Nordafrikaner durch die ehemalige DDR-Bezirksstadt gehetzt.
Vier Jahre später starben bei einer Hetzjagd durch Merseburg zwei Kubaner in der Saale. Die örtlichen Behörden nahmen zwar Ermittlungen auf, doch diese wurden auf Anweisung der Partei- und Staatsführung gestoppt, um das freundschaftliche Verhältnis zu Kuba nicht zu gefährden. Nach Lesart der Führung bauten DDR-Bürger und ausländische Vertragsarbeiter sowie Studenten im Geiste des proletarischen Internationalismus den Sozialismus auf.
Jahrelang hat der Historiker Harry Waibel tausende Stasi-Akten zu den Vorfällen ausgewertet. Bei erschreckend vielen stieß er auf ausländerfeindliche Motive. Aus der Reihe "exakt - die Story"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 02.05.2020 um 02:50 Uhr auf tagesschau24.