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Prachtboulevard und Pflaster der Revolution

Die Prager Straße in Dresden - 75 Jahre Zerstörung Dresdens
Mittwoch, 12.02.2020 01:55 Uhr
MDR
Mittwoch
12.02.2020
01:55 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Prachtboulevard des Bürgertums, Kriegshölle, sozialistische Vorzeigestraße, Ort der Friedlichen Revolution. Mit ihren extremen Brüchen ist die Prager Straße mehr als nur eine Einkaufsstraße. Wie kaum ein anderer Ort ist sie ein Spiegel der gesellschaftlichen Veränderungen des vergangenen Jahrhunderts.

Wo einst Wiesen und Gärten waren, entsteht ab 1851 die Prager Straße, sie wird später die wichtigste Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Altmarkt. Zunächst lose bebaut, mit Villen und prächtigen Hotels, entwickelt sie sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer der schönsten Flaniermeilen der Kaiserzeit. Das äußere Erscheinungsbild des Boulevards hat sich seitdem immer wieder verändert.

Das Leben von Hans-Joachim Dietze ist eng verbunden mit der Flaniermeile. Prunkvolle Kaufhäuser, edle Café-Häuser, schicke Wohnungen, so erlebt er die Prager Straße in den 1930er-Jahren. Sie muss den Vergleich mit anderen großen europäischen Boulevards wie dem Ku'damm in Berlin nicht scheuen. Die Bombennacht und den Niedergang des Prachtboulevards hat er erlebt und fotografiert.

Zu DDR-Zeiten verändert sich die Prager Straße und bekommt ein sozialistisches Antlitz. Zu großer Berühmtheit avanciert der Pusteblumen-Brunnen, der heute noch in Teilen vorhanden ist. Damals eine völlig neue Idee. Nach einem Entwurf der Künstlerin Leonie Wirth baut die Kunstschmiede Bergmann den außergewöhnlichen Brunnen. Peter und Alexander Bergmann prägten damit die Kindheitserinnerungen vieler Dresdner und ihrer Besucher.

Waren es im Oktober 1989 Menschen, die auf der Prager Straße gesellschaftliche Veränderungen mit herbeigeführt haben, so ist es im Sommer 2002 eine Naturgewalt, die über die Fußgängerzone hereinbricht und ihren optischen Wandel letztlich immer weiter vorantreibt. Immer wieder musste sich die Prager Straße neu erfinden.

Etwas Neues wagen will auch Mathias Weise. Gemeinsam mit dem Team vom "The Student Hotel" will er den Ort wieder zu dem machen, was er einmal war: ein Treffpunkt für Menschen aus der ganzen Welt. Film von Beate Gerber

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 12.02.2020 um 01:55 Uhr auf MDR.

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Dokumentation/Reportage, Geschichte, Menschen im Alltag