die nordstory - Außergewöhnliche Architektur

Quelle: ARD-Pressebild

Hamburg: Die neue Schlossinsel in Harburg
Astrid Rapp war eine der ersten Bewohnerinnen des neuen Konzeptes Maritimes Wohnen auf der Harburger Schlossinsel. Nun wohnt sie in dem ersten Boathouse Hamburgs.

Unter ihrer Parterrewohnung fahren die Bewohner mit ihrem Boot ein und aus. Sie selbst hat noch keines, aber Nachbarn nehmen sie regelmäßig mit. Die stadtplanerische Aufgabe war nicht gerade einfach: In einem Umfeld von maritimem Kleingewerbe und Freizeitschiffen soll eine kleine Anzahl Wohngebäude so integriert werden, dass der maritime Charakter nicht verloren geht. Außerdem musste ein kleines Schloss, das bisher den Mittelpunkt der Insel bildete, erhalten bleiben.
Die sogenannte Schlossinsel ist nicht größer als sechsmal 600 Meter und umgeben von Wasser. Die Initiatoren der IBA Hamburg, Projektentwickler und Architekten setzten konsequent um, was sie Maritimes Wohnen nennen.
Schleswig-Holstein: Tetenbüllspieker auf Eiderstedt
Was willst du denn mit der Bruchbude, fragte seine Mutter, da wirst du nie mit froh.
André Schäfer kaufte die heruntergekommene ehemalige Gastwirtschaft auf der Halbinsel Eiderstedt 2013 trotz der Einwände seiner Mutter. Der Tetenbüllspieker ist ein Reetdachhaus aus dem Jahre 1750.

Es wurde zur Großbaustelle: mit Architektin, unterschiedlichsten Handwerkern und vielen Überraschungen. Als der Betonboden des einstigen Gastraums herausgenommen werden musste, hatten die Wände kaum noch Halt. Die Folge: Das Haus musste von außen abgestützt werden, damit es nicht komplett zusammenfiel. In der Küche fanden die Bauleute eher zufällig einen mit uralten Backsteinen zugeschüttenen Keller: Diese roten Steine zieren jetzt die Außenmauern.
Einst war der Spieker für die Dorfbewohner von Tetenbüll-Wasserkoog Treffpunkt, Kinosaal und Vereinsheim für Boßler und Skatspieler. Jetzt ist das Haus ein Schmuckstück und wieder ein Treffpunkt: Für André Schäfers Familie, seine Freunde und als Außenstelle seiner Kölner Filmproduktionsfirma. Und für Feriengäste in einer 100 Quadratmeter großen Ferienwohnung mit modernstem Komfort im historischen Ambiente.

Niedersachsen: Die Fachwerk-Retter
Mit mehr als 700 Fachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten ist Hann. Münden ein echtes Fachwerkjuwel. Doch viele der alten Schätze verkommen immer mehr. Diesem Verfall setzen engagierte Bürger in der Stadt ein Ende. Allen voran Bernd Demandt. Er rief eine Bürgerbewegung ins Leben, um die historischen Bauten mit ehrenamtlichen Mitstreitern zu retten.

Das erste Projekt der Genossenschaft war 2013 ein spektakulärer Sanierungsmarathon in der Mündener Innenstadt. Aber Bernd Demandt ist längst noch nicht zufrieden. Der Leerstand in Hann. Münden ist immer noch zu hoch. Mit vereinten Kräften soll nun ein seit neun Jahren leer stehendes Fachwerkhaus in der Innenstadt von Grund auf renoviert werden.

Potenzielle Mieter aus Hamburg hat er schon. Aber bis die einziehen können, bedarf es viel Fantasie, ehrenamtliches Engagement und Gemeinschaftssinn, um die Ruine zu renovieren. Die nordstory zeigt den unermüdlichen Einsatz der Bürgerbewegung: die vielen kleinen und auch großen Stolpersteine, die aus dem Weg geräumt werden müssen, um wieder ein altes Fachwerkhaus und damit auch neuen Wohnraum in der Innenstadt zu schaffen.

Mecklenburg-Vorpommern: Das Containerhostel Warnemünde
Wie verhalten sich 67 Container bei Windstärke acht? Das konnte niemand wissen, sagt Petra Cavet. Die studierte Theaterpädagogin ist Mädchen für alles im Dock Inn, Deutschlands erstem Containerhostel: Anfangs war die 31-Jährige die Baukoordinatorin, jetzt ist sie Animateurin für Jugendliche, die hier einchecken. Direkt gegenüber der S-Bahnstation Warnemünde Werft in Rostock hat im April 2017 das stylische Haus eröffnet. Die ausrangierten 25 Quadratmeter großen Überseecontainer haben außen vier Farben und innen 188 Doppel- und Stockbetten bekommen.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 20.08.2019 um 14:15 Uhr auf Radio Bremen TV.