

In einer ungenannten europäischen Stadt geht ein alter Jude seiner Wege. Sein Äußeres, einem Landstreicher ähnelnd, ruft Verachtung und Furcht hervor. Dieses Bild wurde vom Spätmittelalter bis zum frühen 20. Jahrhundert in Volkssage und -poesie verbreitet. Es ist das Bild des sprichwörtlichen Ewigen Juden, der Jesus auf dessen Kreuzweg eine kurze Rast an seiner Haustür verweigerte. Dafür wurde er von ihm dazu verurteilt, rastlos und unsterblich durch die Welt zu ziehen.
Dem sogenannten Ewigen Juden wurden unterschiedlichste Fähigkeiten wie Wahrsagekunst, Allgegenwart und Unsterblichkeit zugeschrieben. Für die christlichen Völker war dieser Mann keine imaginäre Gestalt, sondern ein Wesen aus Fleisch und Blut.
In den Berichten, die im Laufe der Jahrhunderte über ihn verfasst wurden, spiegeln sich zumeist Abscheu oder Mitleid wider. Selten wurde er zu einer beliebten Figur. Durch das Hauptmerkmal der Rastlosigkeit zeichnet sich hier indirekt eine andere Geschichte ab: die des jüdischen Volkes.
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Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 18.08.2024 um 02:05 Uhr auf arte.