Rassenkrieg in den USA?

Die Ziele der Alt-Right

Quelle: Pressebild

Richard Spencer prägte den Begriff "Alt-Right" - eine Abkürzung für "alternative right": die radikale Bewegung, die von vielen als die "schickere" Version des Ku-Klux-Klan angesehen wird. Laut Spencer haben Schwarze und Juden Amerika seinem Volk weggenommen. Seine Antwort: ein Krieg der Rückgewinnung. Spencer beleidigt offen seine ideologischen Gegner und nutzt Versammlungen und Demonstrationen, um die Aufmerksamkeit der Medien zu erregen.
Spencers Gegenspieler Daryle Lamont Jenkins scheut aber keine Konfrontation. Der schwarze Antifa-Aktivist ergreift jede Gelegenheit, die Anhänger der Alt-Right-Bewegung öffentlich anzuklagen - was manche von ihnen aus Karrieregründen durchaus fürchten.
Die Spannung zwischen diesen Fronten entlädt sich bei den traumatischen Ereignissen von Charlottesville im Jahr 2017: Kämpfe entbrennen, Menschen werden mit Pfefferspray attackiert, Schüsse fallen. Obwohl rechtsextreme Demonstranten schwer bewaffnet aufmarschieren, sieht die Polizei tatenlos zu. Amateuraufnahmen zeigen aus nächster Nähe, wie dann ein graues Auto eine schmale Straße hinunter in eine Menschenmenge rast. 35 Menschen werden verletzt, eine junge Demonstrantin stirbt.
Das Doppelporträt der beiden Kontrahenten Spencer und Jenkins begleitet die beiden bei ihren Aktionen und lässt sie unkommentiert über ihre Ansichten sprechen, um die Hintergründe der gegensätzlichen Positionen zu beleuchten.
Zu Wort kommen auch Jared Taylor, Gründer der rechtsradikalen Zeitschrift "American Renaissance", sowie der Journalist Mark Potok, der für die gemeinnützige Organisation "Southern Poverty Law Center" extremistische Randgruppen beobachtet.
Themenabend: USA - Rassenkrieg und Waffenwahn?
Schusswaffen, Rassismus und umstrittene Gesetze: die USA im Fokus des ARTE-Themenabends. Trotz der steigenden Zahl an Schusswaffentoten wurden in den USA die Waffengesetze gelockert. Doch eine Jugendbewegung kämpft seit dem Amoklauf an einer Highschool in Parkland 2018 für stärkere Kontrollen. Sie bietet der mächtigsten Waffenlobby NRA die Stirn, wie der erste Film des Themenabends "Never Again - Amerikas Jugend gegen den Waffenwahn" anschaulich zeigt. Die wachsende Bewegung der "alternativen Rechten" sieht die Identität der weißen Bevölkerung bedroht. In den sozialen Medien predigen die Mitglieder öffentlich Rassenhass. Gut gekleidete Akademiker begründen eine weiße Vorherrschaft als logische Konsequenz aus der Geschichte. Ihr Gewaltpotenzial ist hoch. 2017 fuhr am Rande einer Demonstration in Charlottesville ein Mitglied der Alt-Right-Bewegung in eine Gruppe von Gegendemonstranten. Trump relativierte im Anschluss die Vorkommnisse. Der Themenabend greift das beunruhigende Zeitgeschehen auf und zeigt in "Rassenkrieg in den USA?", welche Ziele und Methoden hinter der Alt-Right stecken. Zudem begleitet ARTE den Schweden Patrik Hermansson auf gefährlicher Mission. In "Undercover bei den neuen Rechten" infiltriert der Student über ein Jahr lang die Alt-Right-Bewegung. Durch die versteckte Kamera erhalten wir exklusive Einblicke in das international agierende Netzwerk. Wie hoch ist der Wert eines Menschen vor dem amerikanischen Gesetz? Die Antwort im Film: "Spielen Sie Gott, Mr. Feinberg?". Der Anwalt Ken Feinberg legt die Höhe der Entschädigungszahlungen für Opfer oder Hinterbliebene von Unfällen und Katastrophen fest. Nach festgelegten Kriterien entscheidet er über den monetären Wert eines Menschenlebens und wird dafür gehasst und bewundert. Ein hintergründiger Blick in die amerikanische Gesellschaft.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 16.04.2019 um 21:10 Uhr auf arte.