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Spanien: Die verborgenen Gärten Granadas

Quelle: ARD-Pressebild

Eine spanische Stadt voll architektonischer Andenken aus ihrer Zeit unter arabischer Herrschaft: Das andalusische Granada, im äußersten Süden Spaniens, blickt auf eine lange und abwechslungsreiche Geschichte zurück. Im Stadtviertel Albaicín sind die Spuren maurischer Architektur, die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert entstand, bis heute allgegenwärtig.

Die damalige Art zu leben ließ eine Wohnkultur entstehen, die nach innen gewandt ist - sie legt Wert auf Intimität, Komfort und sinnliches Erleben. Die Bewohner des UNESCO-Weltkulturerbes zeigen dem Philosophen Philippe Simay die typischen, vor fremden Einblicken geschützten Höfe, die Patios, und Obstgärten, Carmenes. Sie verleihen der Wohnkultur eine sinnliche Dimension, die funktionale Aspekte in den Hintergrund treten lässt.

Bis heute machen die andalusischen Innenhöfe vom bemerkenswerten arabischen Know-how bezüglich bioklimatischer Aspekte der Architektur Gebrauch: Wasser und Sonne werden bestmöglich genutzt. Versteckt hinter schlichten Fassaden der labyrinthischen Straßen Albaicíns, vermutet man zunächst keine prachtvollen Blumen- und Obstgärten. Beim Betreten eins Innenhofes werden alle Sinne angesprochen: Der Klang des plätschernden Wassers im Brunnen sowie die Licht- und Farbspiele an den mit Keramikfliesen verzierten Wänden sind integrale Bestandteile. Auf den ersten Blick erinnern sie in Material und Form an die Stadtburg Alhambra.

Lebensorte für die Sinne zu schaffen mag zwar ein Aufbegehren gegen die Realität sein, gestaltet aber als eine sehr moderne Forderung das Wohnen auch menschlicher. Ein heute schon wieder innovativer Ansatz - denn neben den funktionalen Aspekten der Architektur sollte auch der sinnliche Zugang wieder mehr im Zentrum der Wohnkultur stehen.

Quelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 15.03.2019 um 17:15 Uhr auf arte.