

Die Reise beginnt in Krasnojarsk. Von dort aus werden die Dörfer bis hinauf zum Nordpolarmeer mit Kohle, Lebensmitteln, Medikamenten und Post versorgt - alles sehnsüchtig erwartet. Nur vier Monate im Jahr ist Zeit, Notwendiges in die Siedlungen zu schaffen. Dann friert der Fluss zu bei Temperaturen von minus 40 bis minus 50 Grad. Kapitän Pachomov kennt den Jenissej, ein stürmischer, gefährlicher Fluss mit reißender Strömung. Man sieht es vom Schiff aus: Manche Ufer wirken wie abrasiert. An Bord sind Nenzen, die zu den Ureinwohnern Sibiriens gehören. Vor der russischen Eroberung lebten sie nicht in festen Häusern, sondern als Nomaden. Ihr Dorf ist so winzig, dass es keine Anlegestelle hat. Die Menschen klettern mitsamt ihren Habseligkeiten wie Kühlschränken, Fernsehapparaten und Sofas die Bordwand herunter und steigen in Transportboote um. Ein halbes Jahr ist es hier, jenseits des Polarkreises, dunkel und eisig kalt. Wenn das Postschiff die Bewohner nicht versorgen würde, könnten sie hier nicht leben - so abgeschieden liegt die Region. Film von Rita Knobel-Ulrich
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 05.02.2019 um 20:15 Uhr auf RBB.