

Nach der Revolution von 1848, dem vergeblichen Versuch einer "Einheit von unten", kam es zur "Einheit von oben". Preußens Ministerpräsident Otto von Bismarck ebnete den Weg zum ersten deutschen Nationalstaat.
"Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die deutschen Fragen der Zeit entschieden, sondern durch Blut und Eisen", hatte der eigensinnige Politiker einst formuliert, doch einen konkreten Plan zur deutschen Einigung hatte Bismarck nicht. "Erreicht Deutschland sein nationales Ziel noch im 19. Jahrhundert, so erscheint mir das als etwas Großes, und wäre es in zehn oder gar fünfzehn Jahren, so wäre es etwas Außerordentliches, ein unverhofftes Gnadengeschenk von Gott", sagte er drei Jahre vor der Staatsgründung 1871.
Die deutsche Einheit war somit alles andere als vorherbestimmt, wie preußische Historiker später glauben machen wollten. Zudem hatte die "Nation" für Bismarck keinen Selbstwert, sie diente ihm vor allem als Vehikel zur Mehrung der Macht Preußens und auch der eigenen. Das von Bismarck geschaffene Reich war das erste geeinte Deutschland, aber es war ein Fürstenbund, nicht das Volk war der Souverän, die Reichs-Regierung wurde nicht vom Parlament gewählt. Film von Friedrich Scherer
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 01.10.2018 um 06:00 Uhr auf PHOENIX.