

"Alles ist vollgeschissen. Tag und Nacht dringen die Krähenrufe sogar durch die geschlossenen Fenster. Man findet keine Ruhe mehr", sagt Anwohnerin Sigrid Gassel.
Kalbe ist nur ein Schauplatz von vielen. Riesa und Zerbst vermelden ähnliche Szenarien. Es ist verboten, die Tiere zu töten, zu fangen oder ihre Nester während der Brutzeit zu zerstören. Das bedeutet aber, dass sie sich ungehindert vermehren können. Derzeit leben bis zu 89.000 Saatkrähen-Brutpaare in Deutschland - Tendenz steigend.
Besonders beliebt sind dabei die innerstädtischen Parkanlagen. Diese bieten den Krähen Schutz und sind an kalten Tagen wärmer als Felder und natürliche Freiflächen. Außerdem gibt es in der Stadt immer ausreichend Nahrung. Krähen bedienen sich aus Mülleimern und picken die Reste rund um Cafés und Restaurants. Und in Straßennähe finden sie Aas - wie zum Beispiel überfahrene Igel oder Katzen.
Während Naturschutzorganisationen wie der NABU die Rückkehr der Saatkrähen begrüßen, würden die betroffenen Anwohner in Kalbe sie am liebsten aus den Bäumen schießen. Versuche, die Tiere umzusiedeln oder zu vertreiben, schlagen vielerorts fehl. Nur mit Greifvögeln gelingt es bisher, Krähenschwärme unter Kontrolle zu bringen.
Die Dokumentation wirft einen Blick auf die Krähenplage, zeigt aber auch die erstaunliche Intelligenz und Lernfähigkeit der Rabenvögel.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 27.05.2018 um 11:15 Uhr auf tagesschau24.