

Mit der Forderung nach einer Politisierung des Privaten und einer Veränderung der Gesellschaft geht auch die Bayern die Entstehung von sozialistischen "Kinderläden" einher, wie der von Ingrid Schadinger in Nürnberg. Wenngleich dieses Konzept stark polarisiert und irgendwann wieder aufgegeben wird, so bahnt es doch den Weg für die gleichberechtigte und vor allem gewaltfreie Erziehung von Jungen und Mädchen - bis heute.
In den späten 60er und frühen 70er Jahren entsteht das, was unter "Frauenbewegung" zusammengefasst wird: verschiedene Gruppen von Frauen kämpfen für mehr Gleichberechtigung, gegen die Stigmatisierung als "Nur-Hausfrauen". Sie engagieren sich für sexuelle Aufklärung und Gleichberechtigung. Legendär ist die Aktion prominenter Frauen, die in der Öffentlichkeit erklären: "Ich habe abgetrieben". Auch in Bayern formieren sich die Frauen - und das wird nicht von allen gerne gesehen.
Eine weitere Idee der 68er-Generation, das Leben in einer Kommune, findet gerade in Bayern ihren Höhepunkt in den Jahren nach 1968: Zahlreiche Landkommunen entstehen. Junge Leute, vor allem aus der Großstadt, ziehen in abgelegene ländliche Gebiete und versuchen, sich als Selbstversorger im Kollektiv vom kapitalistischen System zu befreien. Ob dies gelingen kann - ohne Grundkenntnisse in Landwirtschaft und Gartenbau…?
Von den Vorteilen, aber auch den Schattenseiten des Lebens in einer Landkommune erzählen zum Beispiel die Mitglieder der bayerischen Subkultur-Kombo "Sparifankal".
Fernab der bekannten Ereignisse erzählt die Dokumentation von der Zeit unmittelbar nach 1968, beschönt nichts und überrascht mit unbekannten Anekdoten, Gesichtern und Geschichten.
alpha-thema: Die 68er
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 24.04.2018 um 13:45 Uhr auf ARD alpha.